Bosch-Werk im indischen Bangalore.

Bosch-Werk im indischen Bangalore: . Bild: Bosch

Die Arbeiter wurden später auf Kaution wieder freigelassen, berichtet der Press Trust of India. Fast 1000 Gewerkschaftsmitglieder hatten ohne Genehmigung vor dem Sitz des Regierungschefs des Bundesstaates Karnataka gegen das Streikverbot demonstriert. Bosch hatte die Beschäftigten zuvor aufgefordert, die Arbeit wieder aufzunehmen und den unbefristeten, verbotenen Streik zu beenden.

Der Streik in Boschs Werk in Adugodi, Bangalore, hatte vergangenen Monat begonnen, nachdem das Management Pläne verkündet hatte, einige medizinische Vergünstigungen zu reduzieren und die Produktivität zu erhöhen. Nach mehreren erfolglosen Treffen zwischen Management und Gewerkschaftsmitgliedern hatte die Regierung den Streik am vergangenen Freitag (10. Oktober) untersagt. Adugodi ist Hauptsitz der Niederlassung von Bosch in Indien und beherbergt ein Forschungs- und Entwicklungszentrum. Die eigentliche Fertigung soll dagegen in ein größeres Werk in Bidadi, nahe Bangalore verlegt werden.

Die Beziehungen zwischen Beschäftigten und Management sind in Indien traditionell schwierig aufgrund überkommener Arbeitsgesetze, die es praktisch unmöglich machen, festangestellte Arbeiter zu entlassen. Fertigungsunternehmen sind gezwungen, auf Zeitarbeitskräfte zu setzen, die oft deutlich schlechter bezahlt werden als ihre festangestellten Kollegen. Versuche, die Lücke zwischen den verschiedenen Beschäftigten zu schließen, werden von festangestellten Beschäftigten und Gewerkschaften vehement zurückgewiesen.

Alle Beiträge zu den Stichwörtern Bosch Indien

IHS/Andreas Karius