VW Indien Mumbai

Insassenschutz ist in Indien ein Riesenproblem. VW bietet für die Einstiegsversion des VW Polo wenigstens Frontairbags an. Weil es bei anderen Herstellern nicht mal das gibt, werden nun die Vorschriften für die Kindersicherung verschärft. - Bild: Foto: Auto-Medienportal.Net/Westermann

Die hohe Zahl an Unfalltoten ist eines der drängenden Probleme Indiens. Der Zustand vieler Fahrzeuge ist miserabel, Sicherheitsprüfungen von Fahrzeugen vergleichbar dem deutschen TÜV existieren nur auf dem Papier. Dabei sind es nicht einmal die alten Autos, die nun die Politik auf den Plan rufen.

Günstige Einstiegsmodelle ohne Airbags

Auslöser für die verschärften Vorschriften bei der Kindersicherung sind teils desaströse Crash-Ergebnisse, die ein Test von Global NCAP für günstige Einstiegsmodelle erbracht hatte. Die Ergebnisse waren Anfang Fberuar veröffentlicht worden. In dem Test hatte es für einige Modelle 0-Punkte beim Insassenschutz gegeben. Grund: Sogenannte Einstiegsmodelle werden in Indien vielfach noch komplett ohne Airbags angeboten. Das auch von global agierenden Herstellern. Gecrasht wurden bei dem Test unter anderem die Einstiegsversionen von VW Polo, Maruti Suzuki Alto 800, Ford Figo, Tata Nano und Hyundai i10. Mit das beste Ergebnis erzielte der VW Polo, der es immerhin auf vier Sterne brachte. Im Gegensatz zur Konkurrenz bietet VW in der Einstiegsversion des Polo zwei Frontairbags an. Als erstaunlich werten die Marktexperten von IHS Automotive den Umstand, dass Hyundai den i10 in der Einstiegsversion in Indien ohne Airbags verkauft, obwohl das Auto in Indien für die globalen Märkte gebaut wird und in den meisten Ländern, in die das Auto exportiert wird, Airbags vorgeschrieben sind.

Mit der Neuregelung ab Oktober will die indische Regierung nun wenigstens dafür sorgen, dass, wenn schon die Fahrzeuge unzureichenden Schutz bieten, wenigstens die Insassen besser geschützt sind, insbesondere mitfahrende Kinder. Deshalb müssen laut “Economic Times” ab Oktober alle Neufahrzeuge mit Montageanleitungen für Kinderrückhaltesysteme für alle Rückhaltesysteme und alle Gewichtsklassen ausgerüstet werden. Laut der Zeitung liegt die Verantwortung hierfür bei Herstellern, Importeuren oder Händlern.

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Frank Volk