Johnson Controls

Der US-Zulieferer Johnson Controls und der französische Konzern Saft wollen die gemeinsame Entwicklung und Produktion von Lithium-Ionen-Batterien aufgeben. - Bild: Johnson Controls

Nach der rechtskräftigen Scheidung soll stärker als bisher investiert werden.

Die Scheidung einer Batterie-Ehe steht bevor: Der US-Zulieferer Johnson Controls, zu dem auch die ehemalige Varta-Autobatterie in Hannover gehört, und der französische Konzern Saft wollen die gemeinsame Entwicklung und Produktion von Lithium-Ionen-Batterien aufgeben. Das Joint Venture wurde 2006 gegründet, um Lösungen für Lithium-Ionen-Batterien für Elektroautomobile zu entwickeln.

“Zwischen Johnson Controls und Saft besteht eine grundlegende Meinungsverschiedenheit bezüglich der zukünftigen Ausrichtung und des angemessenen Tätigkeitsbereichs des Joint Ventures”, sagte Alex Molinaroli, President von Johnson Controls Power Solutions. Die Branche entwickelt sich rasant. Johnson Controls will nicht nur Energiespeichersysteme für die Autobranche entwickeln und herstellen, sondern auch Anwendungen für andere Märkte wie Zwischenspeicher für regenerative Energien. Die Energiespeichertechnologie sei grundsätzlich für viele Bereiche adaptierbar, so das Unternehmen.

Nach Informationen des Handelsblatts ist Saft selbst auf dem Feld der Energiespeicherung tätig und fürchtet die Konkurrenz des bisherigen Verbündeten aus den USA. Das Gemeinschaftsunternehmen fertigt unter anderem die Zellen für die Batterien der Hybridvarianten der S-Klasse und des 7er BMW.

Das Verfahren soll jedoch keinen Einfluss auf die bestehenden Verträge, Produktionsaufträge oder Produktionsanläufe von Johnson Controls-Saft haben. “Wir sind davon überzeugt, weiterhin hochwertige Produkte bieten zu können, die die Bedürfnisse unserer Kunden erfüllen und übertreffen. Unser Engagement für unsere Kunden und in diesem Markt hat sich nicht geändert. Die von uns eingeleiteten Schritte spiegeln unserer langfristiges Engagement für eine Führungsposition auf dem Markt für fortschrittliche Batterien wider”, so Molinaroli weiter.

Das Gemeinschaftsunternehmen unterhält Werke in Frankreich und den USA. Am Sitz der europäischen Batteriezentrale von Johnson Controls in Hannover wird vor allem entwickelt und an Kleinserien gearbeitet. Für die 90 Mitarbeiter, die für JV-Projekte arbeiten, werde sich nichts ändern, so eine Sprecherin. Angeblich will Johnson Controls nach der Trennung sogar noch stärker in den Unternehmensbereich investieren.