Anscheinend plant die französische Regierung, den Chinesen eine weitere Aufstockung ihrer Anteile

Anscheinend plant die französische Regierung, den Chinesen eine weitere Aufstockung ihrer Anteile an Peugoet per Vertragsklausel zu verwehren. - Bild: Peugeot

Einen Tag vor der möglichen Abstimmung im Peugeot-Aufsichtsrat über den Großeinstieg des chinesischen Autobauers Dongfeng sickern weitere Details über den Milliarden-Deal durch. Demnach will Paris den Einfluss der Chinesen bei PSA Peugeot Citroen auf ein gewisses Maß beschränken. Frankreich will zu gleichen Teilen wie Dongfeng bei Europas zweitgrößtem Autobauer einsteigen. Frankreich will zu gleichen Teilen wie Dongfeng bei Europas zweitgrößtem Autobauer einsteigen. Wie das “Wall Street Journal” (“WSJ”/Montag) unter Berufung auf Insider schreibt, habe Paris eine Klausel in den Vertrag setzen lassen, dass Dongfeng seine Anteile in den nächsten Jahren nicht aufstocken darf.

Die Ausschlussklausel für eine Erhöhung der Anteile gilt laut “WSJ” indes auch für den französischen Staat und die Gründerfamilie Peugeot. Keine der beteiligten Parteien wollte die Berichte kommentieren. Am Dienstag könnte der PSA-Aufsichtsrat endgültig grünes Licht für den Einstieg geben, schreibt auch die Nachrichtenagentur Bloomberg. Endgültig unterschrieben werden könnte das Geschäft, wenn Chinas Präsident Xi Jinping Ende März Frankreich besucht.

Alle drei Seiten würden nach dem Einstieg 14 Prozent der PSA-Anteile halten. Über eine Kapitalerhöhung sollen so mindestens drei Milliarden Euro in die leeren Kassen des Autobauers gespült werden. PSA war von der Nachfrageflaute in Europa besonders hart getroffen worden und streicht konzernweit mehr als 11 000 Stellen.

Derzeit kontrolliert die Peugeot-Familie noch 38 Prozent der Stimmrechte an dem Autobauer – und war über den möglichen Doppeleinstieg lange zerstritten. Teile der Familie wollten sich das benötigte Geld offenbar lieber am freien Kapitalmarkt besorgen. Nun dürfte aber rund die Hälfte des Geldes von Dongfeng und dem französischen Staat kommen. Auch einige Analysten stehen dem Geschäft kritisch gegenüber. Der große Einfluss dreier Parteien könnte Entscheidungen bei dem Unternehmen blockieren.

Der PSA-Konzern, der in den vergangenen zwei Jahren mehr als vier Milliarden Euro verbrannt hat, erhofft sich von dem Dongfeng-Einstieg Rückenwind im China-Geschäft und will unabhängiger vom gesättigten Markt auf dem Heimatkontinent werden. Die Chinesen wiederum schielen auf die begehrte europäische Technologie und versprechen sich einen besseren Zugang zu westlichen Märkten.

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dpa-AFX/Andreas Karius