Mit dem neuen MINI erlebt VDL Nedcar und damit die niederländische Automobilindustrie ihre

Mit dem neuen MINI erlebt VDL Nedcar und damit die niederländische Automobilindustrie ihre Wiedergeburt. - Bild: Mini / VDL Nedcar

Anlässlich der Werksbesichtigung bei Nedcar am Montag (17. Februar) am Standort Born sprach der niederländische Wirtschaftsminister Henk Kamp von einer Wiedergeburt eines wichtigen Industriezweigs. Zusammen mit Joost Govaarts, Geschäftsführer des neuen Born-Besitzers VDL Nedcar, BMW-Produktionschef Harald Krüger und Einkaufsvorstand Klaus Draeger überzeugte sich der Wirtschaftminister am Montag im Werk in Born: Es ist angerichtet für den Bau des neuen MINI und damit für den Neustart der Automobilproduktion in den Niederlanden. Ab Sommer wird hier, nur etwa eine Stunde entfernt von der deutschen Grenze, das britische Kultmobil unter Fittichen von BMW gebaut. Derzeit läuft die Vorserienproduktion, 750 Mitarbeiter sind bereits an Bord. Wenn das Werk dann voll in Betrieb geht, werden es 1500 Werker sein. Das für die Mini-Produktion grundlegend modernisierte Werk ist auf Zweischichtbetrieb ausgelegt. Unter voller Auslastung könnten ab 2016 bis zu 1000 Einheiten täglich gefertigt werden, dann im Dreischichtbetrieb.

Auftragsfertigung wichtiges Instrument

Wie viele davon das MINI-Logo tragen werden, dazu schweigt sich BMW aus, ebenso zu den Investitionskosten im Zusammenhang mit der Umrüstung des Werks auf die MINI-Produktion. Wie Produktionsvorstand Harald Krüger sagte, brauche die Marke angesichts des angepeilten Wachtums zusätzliche externe Produktionskapazitäten über die 260.000 Einheiten hinaus, die mittelfristig im Stammwerk Oxford zur Verfügung stehen. VDL Nedcar sei hierfür mit der Erfahrung in der Produktion hochwertiger Fahrzeuge ein “optimaler Partner”. Einkaufsvorstand Klaus Draeger betonte, dass für BMW aus Flexibilitätsgründen die Auftragsfertigung auch in Zukunft ein “wichtiges Instrument” darstelle.

2013 wurden von der Kultmarke 303.177 Fahrzeuge produziert. Dabei lag das aus Oxford kommende Volumen bei rund 176.000 Einheiten. Hinzu kamen über 125.000 Paceman und Countryman vom bisherigen Auftragfertiger Magna Steyr. Die MINI-Produktion dort zieht BMW mit Auslaufen der aktuellen Modellgeneration im Jahr 2016 ab. Magna Stery fertigt auch darüber hinaus für BMW, die MINI-Produktion wird aber auf Oxford und Born konzentriert.

Bewegte Geschichte in Born

Die Fertigung der Vorserienfahrzeuge läuft in Born bereits, im Sommer startet die Serienfertigung. Wie BMW-Produktionsvorstand Harald Krüger sagte, sollen in diesem Jahr noch MINIs im niedrigen fünfstelligen Bereich gefertigt werden. - Bild: Mini / VDL Nedcar

Das Automobilwerk in Born hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Seit Gründung 1967 durch DAF wurden hier 4,6 Millionen Autos gebaut. Die vergangenen 20 Jahre waren aber von einem schleichenden Niedergang geprägt. Nach dem Ende von DAF drückten sich hier Volvo, Mitsubishi und Smart die Klinke in die Hand. Zuletzt fertigte Mitsubishi den Outlander hier. Als die Japaner Anfang 2012 das Ende der Produktion in Born ankündigten, drohte dem Werk das Aus. Ende 2012 wurde Nedcar ? unter diesem Namen firmiert Born seit 1991 ? von der VDL Groep übernommen. Zuvor hatten die Holländer die Auftragsfertigung für den Mini an Land gezogen. Dessen Produktionsstart ist im Sommer geplant. Mini wird dann als einzige Automobilmarke in den Niederlanden in Serie gehen.

Übrigens: Es ist nicht zum ersten Mal, dass das britische Kultmobil in den Niederlanden gebaut wird. Zwischen 1959 und 1966 wurden beim Importeur Molenaar’s Car Companies in Amersfort mehr als 4.000 Mini Classic gefertigt. Quasi zur Einstimmung auf die MINI-Fertigung hatte BMW Mitte vergangenen Jahres am neuen Standort in Born ein Projektteam zum Wiederaufbau des 1959 in den Niederlanden gefertigten Classic Mini gebildet. Sobald die Produktion startet, soll das gute Stück im Werk ausgestellt werden. Der Titel des Restaurierungsprojekts gilt für den gesamten Standort: Re-Born in den Niederlanden.

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Frank Volk