Lada-Granta_Automarkt-Russland

Derzeit in Russland das meistverkaufte Auto von Marktführer Lada: der Granta. Mit XRay, Vesta und Largus haben die Russen weitere gut laufende Modelle im Sortiment. Meistverkauftes Auto bleibt aber der Kia Rio. Bild: Lada

Bislang hatte Jörg Schreiber, Auto-Experte der Vereinigung Europäischer Unternehmen (AEB) in Moskau die positiven Absatzzahlen, die in den vergangenen Monaten vom russischen Automarkt kamen, stets mit dem warnenden Hinweise auf Restrisiken versehen. Nachdem  es nun im Juli den fünften Monat in Folge aufwärts ging und das gleich um 18,1 Prozent, hat Schreiber seine Zurückhaltung aufgegeben: „2017 kann tatsächlich zum Turnaround-Jahr für die Autoindustrie werden“, kommentierte er die jetzt vorgelegten Juli-Zahlen. Einen wichtigen Grund lieferte Schreiber gleich mit: Ganz scheine es angesichts der besseren gesamtwirtschaftlichen Situation so, als sei im Mittelstand die Kauflaune wieder erwacht. Insgesamt wurden in Russland in den ersten sieben Monaten etwas über 848.000 Fahrzeuge verkauft, 8,5 Prozent mehr als im selben Zeitraum des Vorjahres.

Stark läuft es derzeit bei den Volumenherstellern. Mit einem Absatzplus von 21,8 Prozent schnitt Marktführer Lada noch besser ab als der Gesamtmarkt. Die beste  Juli-Performance legte die Nummer 2 am Markt, Kia, mit einem Zuwachs von 36,7 Prozent hin. Die Südkoreaner verzeichnen damit auch mit Blick auf die ersten sieben Monate mit +24,2 Prozent den höchsten Zugewinn. Insgesamt haben die Südkoreaner in den ersten sieben Monaten 101.376 Autos; Lada auf Platz 1 166.733 Einheiten.

VW unter Top-Performern, Skoda solide

Erfreulich entwickelt sich das Jahr 2017 für VW. Mit einem Zuwachs von 24 Prozent im Juli und 18,8 Prozent nach sieben Monaten (46.866 Einheiten) zählt man zu den Top-Performern im Markt und liegt im Ranking der 10 absatzstärksten Hersteller auf Platz sechs, hinter Lada, Kia, Hyundai, Renault und Toyota. VW-Schwester Skoda folgt mit soliden Zuwachszahlen (+13,6% im Juli; +7,8% zwischen Januar und Juli) auf Rang 8.

Bis 2020 auf 2,24 Mio. Einheiten

Nach dem fünften Wachstumsmonat in Folge teilt IHS Markit die Einschätzung, dass 2017 zum Turnaround-Jahr für Russland wird. Für das Gesamtjahr erwarten die Marktexperten ein Plus von über 10 Prozent auf 1,57 Millionen Einheiten, bis 2020 wird ein weitere Anstieg auf 2,24 Millionen Einheiten. Damit liegt Russland allerdings immer noch deutlich unter dem Level vor Beginn des Ukraine-Konflikts.