Saab Modell Thumb

Fortsetzung der Hängepartie - Neuer China-Partner und Produktionsstopp bei Saab. - Bild: Saab

Nun sind es deren schon zwei. Der Konzern aus Trollhättan hat am heutigen Montag einen neuen chinesischen Partner präsentiert, musste aber gleichzeitig auch den erneuten Stillstand der Produktion für die gesamte Woche ankündigen.

Wie Saabs niederländischer Eigner Spyker Cars mitteilte, will der chinesische Autohersteller Zhejiang Youngman Lotus Automobile bei der bereits vereinbarten Partnerschaft der Schweden mit dem Autogroßhändler Pang Da aus Peking einsteigen. In einer gemeinsamen Absichtserklärung kündigten die Beteiligten die Bereitstellung von insgesamt 245 Millionen Euro für das akut angeschlagene Unternehmen aus China an. Der Kurs der Spyker-Aktie zog an der Börse in Amsterdam um 18 Prozent an.

Außerdem sei die Produktion von Saab-Modellen in China geplant, hieß es weiter. Youngman will 29,9 Prozent der Anteile beim bisher alleinigen Saab-Eigner Spyker für 136 Millionen Euro und Pang Da 24 Prozent für 109 Millionen Euro übernehmen.

“Wir sind davon überzeugt, dass Youngman die Qualitäten besitzt, die man für die Produktion von Saab-Wagen benötigt”, erklärte ein zufriedener Muller. Der neuen Vereinbarung müssen noch die chinesischen Behörden zustimmen. “Es gibt keinen offiziellen Zeitplan”, sagte eine Saab-Sprecherin.

Und wieder einmal stehen die Bänder still

Vorerst allerdings bleiben die Bänder im Saab-Stammwerk Trollhättan wegen unbezahlter Rechnungen an Zulieferer bis mindestens Freitag erneut stehen. Eine Unternehmenssprecherin sagte im Rundfunksender SR, man benötige “mehr Zeit, um den reibungslosen Materialfluss wiederherzustellen”. Bis Ende Mai war die Produktion knapp sieben Wochen am Stück ausgefallen.

Möglichst schnell Kapital beschaffen will Saab auch durch den Verkauf der eigenen Fabrikanlage, die dann zurückgemietet werden soll. Man erwarte eine “Bekanntgabe dazu in Kürze”, teilte die Unternehmensleitung in Trollhättan nordöstlich von Göteborg mit.

Während bisher stets der russische Bankier Wladimir Antonow als wahrscheinlicher Käufer galt, berichtete die Wirtschaftszeitung “Dagens Industri” am Montag, dass der schwedische Immobilien-Investor Hemfosa vor der Einigung mit Saab stehe. Doch vorerst geht die unrühmliche Hängepartie für die Saab-Mitarbeiter weiter.

dpa-AFX/Guido Kruschke