Johan de Nysschen

Johan de Nysschen: "Wir müssen uns mit unserer Premiummarke Infiniti künftig noch breiter aufstellen." - Bild: Audi

Dort werden dann ab voraussichtlich 2017 mindestens 100.000 Infiniti-Autos im Jahr vom Band rollen.

“Eine der großen Herausforderungen für uns ist die Tatsache, dass wir über keine breite geographische Aufstellung bei der Produktion verfügen”, sagte Infiniti-Chef Johan de Nysschen. Abgesehen von dem einen in den USA für den Weltmarkt produzierten Modell sei die Fertigung der Marke komplett auf Japan konzentriert.

Japaner wollen sich breiter aufstellen

Aber das ändert sich. Im Mai hatte das Unternehmen bekanntgegeben, zwei Infiniti-Modelle für den chinesischen Markt in Xiangyang gemeinsam mit dem lokalen Partner Dongfeng Motor vom Band rollen zu lassen. Zudem werden für den Weltmarkt bestimmte Kompaktmodelle ab 2015 im britischen Sunderland produziert.

Unter den großen Drei der japanischen Autoindustrie verfolgt Nissan die aggressivste Strategie, wenn es darum geht, die Produktion aus Japan zu verlagern. Damit will sich der Konzern ein Stück weit unabhängiger machen von den Schwankungen der Heimatwährung Yen, die gerade das Geschäft der exportorientierten japanischen Unternehmen stark beeinflussen. In Zukunft sollen die Autos in erster Linie da produziert werden, wo sie auch verkauft werden. Außerdem geht es auf dem Automarkt in Japan derzeit deutlich bergab.

Infiniti schaut sich in verschiedenen Ländern um

Für das neue nordamerikanische Werk schaue sich Infiniti sowohl in den USA als auch in Kanada und Mexiko um, sagte de Nysschen. “Es ist noch keine Entscheidung gefallen”, sagte er. “Es wäre verfrüht, irgendwelche Hinweise auf den Standort zu geben.”

Eine Möglichkeit wäre, die Infiniti-Produktion an die Aktivitäten von Nissan in Tennessee und in Mexiko zu koppeln, denn da seien Ressourcen bereits vorhanden. Das Geld spräche dafür: de Nysschen veranschlagt den Ausbau der bestehenden Werke mit einem Investitionsvolumen von rund einer Milliarde US-Dollar, für ein neues Werk wäre leicht das doppelte fällig. Die Frage sei aber, wie viel zusätzliche Kapazität dort überhaupt möglich wäre, so der Manager.

Im zurückliegenden Geschäftsjahr per Ende März hat Infiniti weltweit 172.000 Fahrzeuge verkauft. Im Kalenderjahr 2012 gingen allein knapp 120.000 in die USA, ein Plus von 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Gut sieht es auch in China aus, wo dieses Jahr 15.000 bis 16.000 Autos verkauft werden sollen, so de Nysschen. Im zurückliegenden Geschäftsjahr seien die Absatzziele dort übertroffen worden.

Harter Wettbewerb im Einstiegssegment

De Nysschen sagte, Infiniti ziele zum einen auf die “jüngeren Premiumkunden”, die zwar hohe Ansprüche hätten, aber kein entsprechend hohes verfügbares Einkommen. Für ihre Bedürfnisse entwickle Infiniti Modelle, die ihnen über kleinere Autos zu günstigeren Einstiegspreisen Zugang zur Marke verschaffe. Gleichzeitig ziele Infiniti auf die Gruppe der “High-End-Konsumenten”, die Luxusautos nachfragten. Der wirkliche Wettbewerb, so de Nysschen, werde aber im Einstiegssegement stattfinden.

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Dow Jones Newswires/Guido Kruschke