So wie es aussieht, wird der Ampera nicht in Bochum gebaut (Bild: Opel)

So wie es aussieht, wird der Ampera nicht in Bochum gebaut (Bild: Opel)

Der Ampera ist mehr als ein Elektro-Auto mit Range-Extender. Für Opel ist das futuristisch anmutende Fahrzeug ein Hoffnungsträger. Steht er doch für die Kompetenz des angeschlagenen Autoherstellers GM bei der Mobilität von Morgen. Im Jahr 2011 soll der Stromer in Europa auf den Markt kommen. Die Hoffnungen der Europäer, den Ampera selbst bauen zu können, werden sich „Financial Times Deutschland“-Informationen zufolge allerdings schon bald zerschlagen. Zunächst hatte Reilly den Deutschen in Aussicht gestellt, den Ampera in Bochum bauen zu lassen. Dann sprach er plötzlich von “guten Chancen” für das englische Werk in Ellesmere Port.

Der Opel Ampera Tatsächlich aber steht intern bereits fest: Der Ampera wird auf absehbare Zeit ausschließlich zusammen mit dem technisch baugleichen Schwestermodell Chevrolet Volt in den USA gebaut. Ein weiterer Produktionsstandort in Europa stünde angesichts der niedrigen Stückzahlen “in den Sternen”, hieß es im Umfeld der Konzernmutter General Motors (GM) in Detroit. Ein Sprecher von Opel in Deutschland räumte ein: “Ein zweiter Produktionsstandort hängt natürlich von den Stückzahlen ab.”

Die aber dürften bei der ersten Generation des Volt/Ampera gering ausfallen. “Ich gehe davon aus, dass das Fahrzeug ab 30.000 bis 40.000 Einheiten pro Jahr auch in Europa gebaut wird”, sagte Betriebsratschef Klaus Franz der „FTD“. Andere Experten zogen die Produktionsgrenze wesentlich höher.

Opel-Chef Nick Reilly Ungeachtet der kurzfristigen Wirtschaftlichkeit wäre es für Opel sehr wichtig, die Kompetenz für die zukunftsweisende Elektromobilität auch in Europa anzusiedeln. Zudem wäre der Bau des Ampera in Bochum ein starkes Bekenntnis von GM für den Standort im Ruhrgebiet.

Mit seiner Verhandlungstaktik weckt Opel-Chef Reilly bei den eigenen Mitarbeitern dagegen eher Misstrauen. “Reilly hält mit dem Ampera den unterschiedlichen Regierungen die Karotte hin”, sagte Franz. Das sei unseriös. GM will für die Opel-Sanierung Staatshilfen von 1,8 Mrd. Euro einsammeln, 1,3 Mrd. Euro sollen allein aus Deutschland kommen. Bis auf Großbritannien hat aber noch kein europäisches Land verbindliche Zusagen gemacht. Mehr

In Detroit jedenfalls gibt es keine konkreten Pläne zur Produktion des Ampera in Europa, weder für Deutschland noch für Großbritannien. “Der Opel Ampera wird parallel zum Chevrolet Volt in unserem Werk in Hamtramck in Detroit gebaut”, sagte ein GM-Sprecher. “Die Volt-Produktion läuft bereits an, der Ampera folgt dann 2011.”

Äußerlich unterscheiden sich die beiden Schwestermodelle vor allem durch die Frontpartie, ansonsten sind sie weitgehend baugleich. Der Volt, der bei GM als großer Hoffnungsträger gilt und den Aufbruch in ein neues technologisches Zeitalter symbolisiert, wird in Kalifornien, Michigan und Washington DC im November 2010 auf den Markt kommen. “Wir werden die Produktion sehr langsam und kontrolliert hochfahren”, sagte der Sprecher. “Wir müssen sicherstellen, dass die neue Technologie fehlerfrei an den Start geht.”