Daimler EADS

Die Staatsanwaltschaft Paris hat Anklage wegen Insider-Handels gegen die früheren EADS-Großaktionäre Daimler und Lagardère und mehrere Manager erhoben. - Bild: EADS

Das teilte eine Sprecherin der Pariser Staatsanwaltschaft mit. Es geht dabei um Handelsvorgänge aus dem Jahr 2006.

Sieben Managern, die damals bei EADS tätig waren, steht deswegen ebenfalls ein Prozess bevor. Unter ihnen sind John Leahy, Verkaufschef bei der Flugzeugtochter Airbus und Noel Forgeard, ehemaliger Konzernchef.

“Die Unternehmen und die Manager werden verdächtigt, Zugang zu priviligierten Informationen über die Flugzeuge A350 und A380 gehabt zu haben und mit dem Handel von Aktien Gewinn gemacht zu haben, bevor diese Informationen öffentlich gemacht wurden”, sagte die Sprecherin.

Den sieben Managern könnten Freiheitsstrafen von bis zu zwei Jahren und Geldstrafen bis zu 1,5 Millionen Euro ins Haus stehen. In Frankreich können sowohl Unternahmen als auch Einzelpersonen strafrechtlich verfolgt werden.

Eine Sprecherin der Daimler AG bestätigte, dass dem Unternehmen ein entsprechender Schriftsatz zugestellt worden sei. Dieser werde noch geprüft, so dass sie derzeit noch keine Details mitteilen könne.

Vertreter von Lagardere waren für einen Kommentar unmittelbar nicht zu erreichen. Ein EADS-Sprecher wollte unmittelbar keinen Kommentar abgeben. Leahy war für einen Kommentar nicht zu erreichen, ebenso wie Forgeards Rechtsanwalt Jean-Alain Michel.

In einer parallelen Untersuchung hatte die französische Finanzaufsicht Autorité des marchés financiers 17 Manager von Fehlverhalten entlastet; aber die 2006 begonnene juristische Untersuchung dauert an.

Die Manager sollen von Insiderinformationen über ernsthafte Probleme bei der Entwicklung des Airbus-Flaggschiffs A380 in den Jahren 2005 und 2006 profitiert haben. An dem Tag im Juni 2006, als die Probleme mit dem A380 veröffentlicht wurden, brach die EADS-Aktie um 26 Prozent ein.

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Dow Jones Newswires/Guido Kruschke