Kia-Rio_Russland_Markt

War auf der Modellseite das Maß der Dinge im ersten Halbjahr in Russland: vom Kia Rio wurden über 46.000 Einheiten verkauft, bestes Modell eines deutschen Herstellers war der VW mit 21.700 Einheiten. Bild: Kia

Am russischen Automarkt verdichten sich die Anzeichen auf eine nachhaltige Erholung: Im Juni gab es bereits den vierten Wachstumsmonat in Folge, zuletzt hatte die Dynamik mit zweistelligen Zuwachsraten bei Pkw und leichten Nutzfahrzeugen (Mai +14,6 Prozent, Juni +15 Prozent) sogar zugenommen. Das bescherte der krisengeschüttelten Autoindustrie mit einem Absatz von 718.018 Einheiten (+6,8%) das erste positive Halbjahr seit vier Jahren. Was die Hoffnung von Marktexperten zusätzlich nährt: parallel dazu haben sich auch die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen deutlich verbessert. So gab es bei den Arbeitslosenzahlen ein Acht-Monats-Tief.

Getragen wird der Aufschwung von zahlreichen neuen Modellen, insbesondere bei Marktführer Lada. Bei der Renault-Tochter beflügeln die neuen  Fahrzeuge Vesta und XRay den Absatz deutlich; hinzu kommt auf Rang 2 der meistverkauften Autos in H1 der schon etwas ältere Granta. Lada untermauerte mit einem Gesamtabsatz von 140.231 Fahrzeugen (+12,8%)  im ersten Halbjahr und einem Marktanteil von 19,5 Prozent seine führendes Stellung im Markt.

Lada klar Marktführer

Den Platz an der Sonne bei den meistverkauften Fahrzeugen müssen die Russen aber dem Kia Rio überlassen. Von dem Kompaktmodell wurden im ersten Halbjahr über 46.000 Einheiten verkauft – das war deutlich mehr als die Hälfte des gesamten Kia-Absatzes (85.189 Einheiten). Mit dem Ergebnis landete Kia im Marken-Ranking auf Platz 2, vor Konzernschwester Hyundai (70.641 Einheiten; +9,8 Prozent), Renault (60.838 Einheiten, +16,9 Prozent), Toyota (43.895 Einheiten, -0,8 Prozent) und Volkswagen (42.822 Einheiten; +18,1 Prozent). Meistverkauftes Auto von Volkswagen war einmal mehr der Polo.

VW legt deutlich zu

Trotz des guten H1-Resultats warnen Experten vor zu viel Optimismus. Auf der Risikoseite verweisen sie auf die weiterhin instabile Lage zwischen Russland und der Ukraine und mit Blick auf die Autoindustrie dürfe man nicht übersehen, dass zumindest ein Teil des Aufschwungs auf massive Subventionen zurück gehe. Wie fragil die Lage ist, zeigt auch das Beispiel Lada: trotz einer deutlichen Absatzsteigerung werden bei dem Autobauer weitere 8.000 Stellen abgebaut.