Matthias Müller

Matthias Müller: Vor allem die USA und China könnten mögliche Standorte für eine künftige Porsche-Produktion sein. - Bild: Porsche

“Es genügt, wenn wir “Engineered by Porsche in Germany” auf unsere Autos schreiben können. Wir müssen nicht zwingend alle Autos auch in Deutschland bauen”, zitiert die “Süddeutsche Zeitung” den Porsche-Chef. Vor allem die USA und China seien mögliche Standorte für eine Porsche-Produktion. Dieser Schritt wäre ein einschneidender Strategiewechsel der Schwaben. Derzeit rollen die fertigen Luxuskarossen nur in Deutschland vom Band.

Ein Sprecher betonte, eine Entscheidung über eine Produktion im Ausland sei bisher aber noch nicht gefallen. “Natürlich stelle ich mir die Frage, ob es nicht sinnvoll ist, in China zu produzieren, um dort die hohen Einfuhrzölle zu umgehen”, sagte Müller der Zeitung zufolge. Allerdings will Porsche keinen eigenen Standort errichten. «Wir würden nie ein eigenes Porsche-Werk bauen, sondern würden versuchen, irgendwo unterzuschlüpfen.»

Möglichkeiten dazu gäbe es möglicherweise beim VW-Konzern, unter dessen Dach Porsche schlüpfen soll. Die Wolfsburger eröffnen Ende Mai ihr neues Werk in Chattanooga im US-Bundesstaat Tennessee.

Direkte Vor-Ort-Präsenz in den USA und China

Auch Porsche hübscht seine Präsenz in den USA auf. Die Stuttgarter bauen für rund 100 Millionen US-Dollar (rund 70,4 Mio Euro) ein neues Hauptquartier in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia, wie ein Sprecher am Freitag sagte. Baubeginn ist noch in diesem Jahr, in zwei bis drei Jahren soll das neue Gebäude dann fertig sein. Zu den Plänen gehört auch eine Rennstrecke, dort können die Kunden künftig Autos testen. Ein solches Projekt planen die Schwaben auch in China.

Je mehr Autos im Ausland verkauft werden, desto größer wird aber auch das Interesse der Unternehmen, auch vor Ort zu produzieren. So können sie beispielsweise Einfuhrzölle und starke Währungsschwankungen umgehen. Für die Schwaben wird der boomende chinesische Markt immer bedeutender, auch auf dem wichtigen US-Markt läuft es nach der Krise wieder rund.

Porsche baut die Wagen derzeit im Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen und in Leipzig. In Stuttgart werden die Sportwagen 911, Boxster und Cayman montiert und die Motoren für alle Baureihen produziert.

Im zweiten Werk des Sportwagenbauers in Leipzig wird seit der Eröffnung 2002 der Geländewagen Cayenne montiert. 2009 kam nach einer ersten Erweiterung die Limousine Panamera hinzu. Künftig soll dort auch der kleine Geländewagen Cajun entstehen. Dafür wird das Werk deutlich ausgebaut.

dpa-AFX/Guido Kruschke