Stellt Renaults beteiligungen auf den Prüfstand: Renault-Chef Carlos Ghosn bei der Präsentation des Renault-Roadsters 'Wind' in Genf 2010. - Bild: Renault

Stellt Renaults Beteiligungen auf den Prüfstand: Renault-Chef Carlos Ghosn bei der Präsentation des Renault-Roadster-Coupés 'Wind' in Genf 2010. - Bild: Renault

Der französische Automobilhersteller stellt seine Beteiligungen auf den Prüfstand. Nach Darstellung von CEO Carlos Ghosn prüfe die Renault SA derzeit, welche Aktivitäten als nicht-strategisch einzustufen seien und möglicherweise veräußert werden können. Das Unternehmen müsse seine Verschuldung so schnell wie möglich abbauen, um mehr investieren zu können, sagte der Manager auf dem Automobilsalon in Genf, wie die Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires berichtet.

Mit schnellen Verkäufen sei angesichts der schwierigen Marktbedingungen aber nicht zu rechnen. Aktuell seien anständigen Bewertungen am Markt nicht zu bekommen. Es sei auch bisher nichts entschieden.

Von welchen Geschäften sich Renault eventuell trennen wird, wollte Ghosn nicht eingrenzen. Mitte Februar hatte der französische Börsenbrief Lettre de l’Expansion berichtet, Renault erwäge einen Komplett- oder Teilverkauf seines 20,7-prozentigen Anteils am Nutzfahrzeughersteller Volvo.

Auf konkrete Nachfragen nach Volvo sagte Ghosn, als strategisch werte er ein Geschäft, dass für die Erfüllung einer unternehmerischen Mission absolut notwendig sei. Jeder müsse nun selber seine Schlussfolgerungen ziehen, sagte Ghosn vor Journalisten. Renault sei kein Hersteller von Lkw.

Renault war Ende 2009 mit sechs Milliarden Euro verschuldet. Diese Summe solle mindestens um die Hälfte reduziert werden, sagte Ghosn. Die Verschuldung an sich sei keine Bedrohung für den Konzern, doch wolle Renault sie so schnell wie möglich los werden, um mehr Spielraum für Investitionen zu haben.

Vertrag mit Europcar über die Lieferung von E-Autos geschlossen

Fast zeitgleich hat der französische Autobauer mit dem Autoverleiher Europcar einen Vertrag abgeschlossen über die Lieferung der ersten 500 Renault-Elektroautos für den Einsatz in europäischen Großstädten ab dem dritten Quartal 2011. Die vier bereits auf der IAA in Frankfurt gezeigten Showcars Twizy Z.E. Concept, Zoe Z.E. Concept, Fluence Z.E. Concept und Kangoo Z.E waren ein Vorgeschmack auf die Palette von Elektroautos, deren Marktstart 2011 zunächst mit drei Serienmodellen umgesetzt wird:
? einer Familien-Limousine,
? ein kleines Stadtauto und
? eine leichte Nutzfahrzeugversion auf Kangoo-Basis für Flotten- und Geschäftskunden.
2012 soll dann eine vier Meter lange, fünfsitzige Kompaktlimousine folgen.