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Renault übernimmt bei Avtovaz endgültig die Kontrolle und hält an seinem Engagement in einem Land mit großem Potenzial, aber ungewissen Aussichten fest. Bild: Renault

Renault-Nissan habe eine Kontrollmehrheit von 50,1 Prozent an Avtovaz über den Umweg einer Beteiligung an der Holdinggesellschaft des russischen Lada-Herstellers erhalten, wie eine Renault-Sprecherin sagte. Am 18. Juni habe Renault-Nissan für 742 Millionen Euro einen Anteil von 67,1 Prozent an der Holdinggesellschaft Alliance Rostec Auto BV gekauft, die 74,5 Prozent an Avtovaz hält.

Die Ankündigung vom Freitag fällt in eine Zeit, da Russland wegen der anhaltenden Krise mit der Ukraine und Moskaus Annektierung der Halbinsel Krim die internationale Isolation droht.

Renault-Nissan erklärte, am Geschäft in Russland festzuhalten. Der Autobauer reiht sich damit in einer Liste europäischer Großkonzerne, die beträchtliche Geschäfte in Russland haben und deshalb gegen eine wirtschaftliche Isolierung Moskaus durch den Westen Sturm laufen.

Im Jahr 2012 hatten die französische Renault SA und die japanische Nissan Motor Co vereinbart, gemeinsam 750 Millionen US-Dollar für die Kontrollmehrheit an der kriselnden OAO AvtoVaz auszugeben. Der Hersteller war bis dato vor allem für veraltete und unzuverlässige Fahrzeuge bekannt. Renault-Nissan setzte aber darauf, dass die guten Wachstumsaussichten des Landes der Allianz letztlich ermöglichen werden, ihre Wettbewerber zu überholen.

In der Tat hatten viele Analysten vorhergesagt, dass Russland bald Europas größter Automarkt werden würde. Erst vor kurzem machten sie eine Kehrtwende und erklärten, dies werde vermutlich wohl nicht vor Ende des Jahrzehnts passieren, weil das Wachstum wegen der Ukraine-Krise nachlasse und wegen der Sanktionen Kapital abgezogen werde.

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Dow Jones Newswires/ks