Carlos Ghosn breit

Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn: Bis 2020 ein fast komplettes Package fürs autonome Fahren. Bild: Renault

Carlos Ghosn

Das teilte der Konzern heute in Paris mit. Das gemeinsame Werk wird das erste von Renault in China sein. Außerdem soll die Zahl der Renault-Händler in dem Land von aktuell 92 auf 120 steigen.

Die Vereinbarung sei Teil einer “langfristigen Strategie”, erklärte Renault-Chef Carlos Ghosn bei der Vertragsunterzeichnung für das Joint Venture Dongfeng Renault Automotive. “Die Herausforderung ist groß und wir sind bereit dafür.” Für Ghosn gibt es in China “das größte Wachstumspotenzial” im Automobilsektor weltweit.

Das umgerechnet rund 934 Millionen Euro schwere paritätische Joint Venture hat im Dezember bereits grünes Licht von den chinesischen Behörden erhalten.

Renault rechnet im laufenden Jahr mit rund 30.000 verkauften Fahrzeugen in China und kommt damit nur auf einen recht kleinen Marktanteil. Dei beiden Partner wollen vor allem SUV bauen, langfristig sollen in dem gemeinsamen Werk auch Hybrid- und Elektroautos gefertigt werden.

Vergangenes Jahr wurden in dem asiatischen Boomland insgesamt mehr als 19 Millionen Fahrzeuge verkauft, in diesem Jahr könnten es laut Analysten mehr als 21 Millionen werden.

Konkurrenz in China bereits erfolgreich vor Ort

Für Renault ist es die erste gemeinsame Produktion auf dem weltgrößten Automarkt – bislang hatte der Konzern dort nur importierte Autos verkauft. Das Unternehmen ist damit der letzte der großen europäischen Autobauer, der den großen Sprung nach China wagt. Rivalen wie Volkswagen oder die Oberklassehersteller Daimler und BMW gleichen in China schon länger die schrumpfende Nachfrage auf dem europäischen Markt aus.

Renault will sich “als bezahlbare Oberklasse-Marke etablieren”

Laut “Financial Times” will sich Renault in China als bezahlbare Oberklasse-Marke etablieren und dabei Plattformen seines Partners Nissan nutzen. Mit den Japanern, die ihrerseits schon seit rund zehn Jahren mit Dongfeng zusammenarbeiten, bildet Renault seit 1999 eine Allianz. Die Franzosen halten gut 43 Prozent der Nissan-Anteile.

Wuhan mausert sich derweil zu einem Zentrum der chinesischen Autoindustrie. Dongfeng, das dort seinen Hauptsitz hat, betreibt in der Stadt bereits zwei Werke zusammen mit PSA Peugeot Citroen. Mit Honda baut ein weiterer Dongfeng-Partner dort Autos, außerdem errichten der US-Hersteller General Motors und dessen Partner SAIC in Wuhan eine Fabrik.

Dongfeng ist derzeit auch in Gesprächen mit PSA über einen Einstieg bei den Franzosen. Die Chinesen könnten über eine angedachte Kapitalerhöhung zum Großaktionär werden. PSA steckt wegen der Absatzkrise in Europa tief in den roten Zahlen und braucht frisches Geld.

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Dow Jones Newswires/dpa/Guido Kruschke