New Geely breit

Russland-Krise, Absatzschwäche: So begründet Geely selbst den befürchteten Gewinneinbruch. Bild: Geely

Im Jahr 2013 hatte Geely einen Profit von 2,66 Milliarden Yuan Renminbi (umgerechnet etwa 340 Millionen Euro) eingefahren. Das Absatzvolumen des Unternehmens war in den ersten elf Monaten des Jahres um 26 Prozent zurückgegangen, auf den Exportmärkten sogar um 49 Prozent.

Der Rubel war am gestrigen Dienstag (16.12.2014) um 11 Prozent gegenüber dem Dollar gefallen, seit Wochenbeginn hat die Währung 20 Prozent ihres Wertes verloren und in diesem Jahr 50 Prozent.

Geely hat im November mit 1603 Einheiten 27 Prozent weniger als im Vorjahresmonat verkauft. In den ersten elf Monaten des Jahres fiel der Absatz um 34 Prozent. Russland ist für Geely als Exportmarkt überaus wichtig: Im November machten die Exporte in das Land 53 Prozent von Geelys Gesamtexporten aus.

Analysten sehen aber auch andere Gründe für Geelys Misere: “Das Unternehmen hat fundamentale Schwächen bei Marke, Produkt und Vertrieb”, sagte Max Warburton von Sanford C. Bernstein & Co. laut der Nachrichtenagentur Reuters. “Wir glauben nicht, dass Geely einer Periode mit besonders starkem Wachstum oder höheren Gewinnen entgegensieht und wir vermuten, dass die Zusammenarbeit mit Volvo minimal bleiben wird.”

Das Unternehmen mit Sitz im chinesischen Hangzhou hat nun begonnen, die Verkaufspreise seiner Autos in Russland zu erhöhen und will nach eigenen Angaben die Produktion verstärkt im Ausland lokalisieren, um Währungsrisiken zu verringern. Vor kurzem hatte Geelys Marken-Chef seinen Hut genommen. Außerdem wendet sich der Autobauer von der bisherigen Mehrmarken-Strategie ab.

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Andreas Karius