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2012 kletterte der Fahrzeugabsatz in Russland auf ein neues Rekordhoch von 2,95 Millionen Einheiten. - Bild: VW

Nach aktuellen Zahlen des Beratungsunternehmens IHS kletterte der Absatz von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen im Jahr 2012 um 10,1 Prozent auf ein neues Rekordhoch von 2,95 Millionen Einheiten.

Dieses Wachstumspfad wird Russland auch in den kommenden Jahren fortsetzen. So rechnet der IHS-Russlandexperte Svyatoslav Kuchko auch im eher konservativen Basisszenraio damit, dass in Russland im Jahr 2014 mit 3,06 Millionen Einheiten erstmals mehr als drei Millionen Fahrzeuge verkauft werden. Im optimistischen Szenario wird die Marke bereits in diesem Jahr fallen.

Russland wird Deutschland als größten Einzelmarkt ablösen

Da in Deutschland in den nächsten Jahren mit keinen nennenswerten Zuwächsen zu rechnen ist, wird Russland 2016 Deutschland als größten Einzelmarkt innerhalb Europas ablösen. Parallel zu den steigenden Zulassungszahlen steigt auch die Zahl der in Russland produzierten Fahrzeuge. Diese stieg von 1,2 Millionen Einheiten auf zwei Millionen 2012 und wird im Jahr 2019 bei 2,6 Millionen liegen.

Wie sehr sich in dieser Zeit der russische Markt und die Autovorlieben der Russen gewandelt haben zeigt eine andere Zahl aus diesem Zeitraum: Wurden 2005 noch 87 Prozent russische Marken gebaut, lag die Zahl 2012 bei 37 Prozent und wird 2019 nur bei 30 Prozent liegen.

Als Produktionsstandort für den Export spielt Russland indes noch keine wesentliche Rolle. So gingen 2012 lediglich fünf Prozent der produzierten Fahrzeuge in den Export vorwiegend in benachbarte ehemalige GUS-Staaten. Die Exportquote sehen die IHS Experten bis 2016 bei 7,4 Prozent, der Staat Russland strebt zehn Prozent Exportquote an.

Wie Kuchko betont, wird der Aufschwung Russlands von einigen Risiken begleitet. De bedeutendsten Einfluss sieht der Analyst in der hohen Abhängigkeit Russlands vom Rohölpreis. Sollte dieser unter 60 Dollar fallen, drohe Russland eine Rezession. IHS rechnet durch die konjunkturelle Schwäche und die Ausweitung der Ölförderung in Nordamerika für die nächsten Jahre mit nachgebenden Ölpreisen und erwartet für 2013 einen Jahresdurchschnittspreis in der Zone zwischen 85 und 100 Dollar.

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Frank Volk