Saab Produktion

Kein Geld, keine Teile, keine Produktion. Die Fertigungsbänder bei Saab werden so schnell nicht wieder anlaufen. - Bild: Saab

Weitere Verzögerungen deutete Saab bereits an: Man müsse erst “ausreichend starke finanzielle Muskeln haben”, wird ein Sprecher des Autobauers zitiert. Saab-Chef Victor Muller tourt in desen Tagen durch die USA und Brasilien, um finanzielle Mittel für die Produktionsaufnahme aufzutreiben.

Bei Saab ruhen die Bänder seit April, nachdem die Zulieferer aufgrund ausbleibender Zahlungen die Lieferung von wichtigen Teilen unterbrochen haben.

Zulieferer machen Druck auf Saab

Und diese Zulieferer machen nun richtig Druck auf den schwedischen Autobauer. In der nächsten Woche können erste Zwangsvollstreckungen gegen Saab durchgeführt werden.

Rund 100 Fälle liegen inzwischen bei den Gerichtsvollziehern. In 14 davon können die Vollzugsbeamten zwischen dem 16. und 22. August bei Saab pfänden, um insgesamt 9,1 Millionen Kronen (980.000 Euro) einzutreiben.

Beim Zulieferer Kongsberg, die Schalthebel nach Trollhättan liefern, scheint der Geduldsfaden zu reißen. “Am 17. August wird der absolute letzte Tag für Saab sein, um die Außenstände zu begleichen”, macht Kongsberg-Chef Hans Peter Havdal gegenüber der schwedischen Zeitung “Svenska Dagbladet” deutlich. Seinem Unternehmen schuldet der angeschlagene Autobauer gut vier Millionen Kronen (430.000 Euro). Saab hat zwar angeboten, zehn Prozent der Außenstände zu begleichen, um die Wiederaufnahme der dringend benötigten Teile zu erreichen. Doch Havdal erscheint angesichts der höheren Risiken nicht ausreichend. Andere Lieferanten denken ähnlich.

Großer Zulieferer nimmt Teilelieferung auf

Einigung konnte sich Saab mit International Automotive Components (IAC) erzielen. Der Zulieferer mit Sitz in Luxemburg hat mit 45,6 Millionen Kronen (4,9 Millionen Euro) die größten Forderungen. IAC ist auf Grund der getroffenen Vereinbarungen bereit, Saab erneut mit Komponenten zu beliefern. Marcus Nyman, Leiter des Schwedengeschäfts von ICA Europe, bestätigte gegenüber der Presse die Vereinbarung.

Details wollte Nyman der Presse nicht nennen, ließ aber durchblicken dass die Vereinbarung auf Basis der von Saab Automobile gemachten Vorschläge erzielt wurde. Er sage, es sei ein “Geben und ein Nehmen, und der goldene Mittelweg sei gefunden worden”. Saab ist für IAC ein wichtiger Kunde, IAC Schweden macht mit Saab 15 bis 20 Prozent seines Umsatzes.

Produktionsstart weiter ungewiß

Einem drohenden Konkursantrag war Saab im Juni entgangen, nachdem der Autobauer für rund 28 Millionen Euro seine Fabrikanlagen an ein Konsortium schwedischer Immobilienanleger veräußert hatte. Ob die Erlöse aus dem Geschäft mit GEM nur die Gehälter begleichen oder auch die Bänder in Trollhättan wieder anlaufen lassen werden, ist abzuwarten.

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Auto-Reporter.NET/br/Guido Kruschke