Victor Muller Saab breit

Saab finanziert die Juli-Gehälter seiner Angestellten über Aktienverkauf - und ein Produktionsstart ist noch immer nicht in Sicht. - Bild: dpa

Die niederländische Eignergesellschaft Swedish Automobile werde fünf Millionen Aktien an die Kapitalgesellschaft GEM Global Yield Fund Limited abgeben, teilte Saab am Mittwoch in Trollhättan mit. Der genaue Preis sei von der Kursentwicklung der kommenden zehn Tage abhängig. Die Ausgabe soll etwa sieben Millionen Euro in die leeren Kassen spülen.

“Saab erwartet, dass die Gehälter für die Angestellten noch in dieser Woche ausgezahlt werden können”, hieß es in der Unternehmensmitteilung weiter. Ende Juni hatte das Unternehmen schon einmal die Gehälter und auch die Löhne für die Arbeiter nicht termingerecht überweisen können.

Wegen des Stillstands der Produktion seit April wegen unbezahlter Rechnungen an Zulieferer galt Saab zeitweise als insolvenzgefährdet. Nach verschiedenen Zusagen für neues Kapital über 61 Millionen Euro sollen ab Ende August wieder Autos von den Bändern in Trollhättan laufen. Im Stammwerk arbeiten 3700 Beschäftigte.

Produktion weiter unsicher

Auch die Wiederaufnahme der Produktion bei Saab ist weiterhin unsicher. Nach den ursprünglichen Plänen sollten die Bänder am Hauptwerk in Trollhättan “frühestens in Kalenderwoche 35″, also in der letzten Augustwoche, wieder anlaufen. Mittlerweile deutete der Saab-Sprecher weitere Verzögerung an. “Es ist schwer zu sagen, wann wir starten können. Wir müssen zuerst ausreichend starke finanzielle Muskeln haben”, sagte er. Saab hat im Juli nur noch 100 Auto weltweit verkauft. Das waren Wagen, die noch bei den Händlern standen.

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dpa/Guido Kruschke