Saab Werbung breit

Nach den schlechten Halbjahreszahlen erscheint die Zukunft des schwedischen Autobauers Saab mehr als düster. - Bild: Saab

Wie das “Handelsblatt” am Donnerstag berichtet, verzeichnet das Unternehmen im ersten Halbjahr einen Verlust von 224,2 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr 2010 betrug der Verlust noch 21,9 Millionen Euro. Der Umsatz betrug 359 Millionen Euro gegenüber 241,6 Millionen Euro vor einem Jahr.

Die Zahlen gab die niederländische Gesellschaft Swedish Automobile als Saab-Eigner bekannt. Ursprünglich sollten die Halbjahreszahlen am vergangenen Freitag veröffentlicht werden. Saab musste den Termin verschieben, weil man es nicht rechtzeitig geschafft hat.

Produktionsstillstand seit April

Ende März 2011 musste Saab die Produktion einstellen, weil Zulieferer wichtige Bauteile wegen unbezahlter Rechnungen zurückhielten. Bis zum heutigen Tag stehen die Bänder in Trollhättan still. Zudem konnten keine Gehälter an die Mitarbeiter gezahlt werden.

Saab-Chef Victor Muller verhandelt angeblich mit einer europäischen Bank über einen Einstieg beim Autobauer. Muller sprach am Abend von “Lichtblicken am Horizont”, wollte aber keine näheren Angaben machen.

Auch ein Antrag auf Gläubigerschutz ist noch nicht vom Tisch. Durch diese Maßnahme, die Saab schon einmal vor gut einem Jahr ergriffen hatte, könnte das Unternehmen einen Großteil der Schulden loswerden.

Saab liegt weit hinter seinem Produktionsziel zurück

Die für dieses Jahr zunächst angepeilten 100.000 Autos können wegen des anhaltenden Produktionsstopps nicht mehr erreicht werden. In den ersten sechs Monaten 2011 produzierte Saab 12.877 Autos, die meisten davon im ersten Quartal. Im zweiten Quartal liefen noch 1.989 Wagen vom Band.

Auch im vergangenen Jahr erreichte Saab nicht das selbst auferlegte Produktionsziel: Statt der für 2010 prognostizierten 60.000 Wagen verkaufte Saab knapp über 30.000 Autos.

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Handelsblatt/Guido Kruschke