Saab Produktion

Gehälter und Produktion sind vorerst durch einen Kredit gesichert. - Bild: Saab

Victor Muller kann vorerst durchatmen. Wie das schwedische Unternehmen am Mittwoch in Trollhättan mitteilte, stellte die Investmentgesellschaft Gemini 25 Millionen Euro bereit. Durch diesen Kredit, den Verkauf von 50 Prozent der eigenen Fabrikanlagen und eine Bestellung über 582 Wagen durch einen namentlich nicht genannten chinesischen Kunden hat Saab in dieser Woche insgesamt 66 Millionen Euro an frischem Kapital bekommen und kann den kurzfristigen Finanzbedarf erst einmal decken.

Kredit ist nicht umsonst

Der von Gemini gewährte Kredit hat eine Laufzeit von sechs Monaten und einen Jahreszinssatz von zehn Prozent. Die Investmentfirma hat auch die Möglichkeit, den Kredit in Aktien bei der Saab-Muttergesellschaft Swedish Automobile einzulösen. Bereits im Mai hatte Gemini dem schwedischen Autobauer einen Kredit über 30 Millionen Euro gegeben, der ebenfalls in Aktien umgewandelt werden kann.

Damoklesschwert Insolvenz

Saab galt wegen der zeitweiligen Zahlungsunfähigkeit bei den Juni-Entgelten für die 3.700 Beschäftigten als insolvenzgefährdet. Unternehmenssprecher Eric Geers sagte im Rundfunksender SR, dass mit dem jetzigen Zufluss von Kapital auch eine “Diskussion mit den Zulieferern” eingeleitet werden könne. Die Auszahlung von Löhnen und Gehältern noch vor dem Monatswechsel sei “höchst erfreulich”.

Bei Saab werden seit Anfang April so gut wie keine Autos mehr produziert, weil Zulieferer wegen unbezahlter Rechnungen keine Komponenten liefern. Nach Angaben von Geers hat das westschwedische Unternehmen einen Auftragsbestand von 10.000 Personenwagen. An der langfristigen Finanzierung der Produktion wollen sich zwei chinesische Unternehmen sowie auch der russische Bankier Wladimir Antonow beteiligen.

Rote Zahlen und chinesische Investoren

Die im vergangenen Jahr vom amerikanischen Konzern General Motors an den niederländischen Sportwagenhersteller Spyker verkaufte Marke litt von Anfang an unter großen Liquiditätsproblemen. Im vergangenen Monat fand Saab in dem chinesischen Autohändler Pang Da und dem Autoproduzenten Youngman zwei Partner. Sie wollen in das schwedische Unternehmen insgesamt 245 Millionen Euro investieren. Allerdings handelt es sich dabei bislang nur um Absichtserklärungen.

dpa-AFX/Guido Kruschke