Saab PhoeniX

Ob die in Genf erstmals gezeigte Studie des Saab PhoeniX jemals Serienreife erlangen wird, steht momenan in den Sternen. Dem schwedischen Autobauer droht die Zwangsvollstreckung oder gar die Insolvenz. - Bild: Saab

Das berichtete am Montag der gut informierte Saab-Blog im Internet. Inzwischen hat Saab seine Absage bestätigt. Der Hauptgrund dafür dürfte die nach wie vor schlechte finanzielle Situation des Traditionsherstellers aus Trollhättan sein.

Noch immer droht die Zwangsvollstreckung

Saab ist auf frisches Kapital angewiesen um seine Mitarbeiter und die Zulieferer zu bezahlen. Man will sich in erster Linie darauf konzentrieren, die Fertigung wieder in Gang zu bringen. Als Termin dafür hat Saab Ende August genannt. “Obwohl es wünschenswert wäre, auf der Show zu sein, um die Präsenz von Saab international zu stärken, erscheint es derzeit nicht sinnvoll, unsere Ressourcen dafür einzusetzen”, heißt es im deutschsprachigen Saab-Blog.

Nun wurde bekannt, dass Schwedens Gerichtsvollzugsbehörde am 17. August Klage gegen Saab erheben wird. Wie die Fachzeitschrift “Automotive News Europe” meldet, könnten im Zuge eines Prozesses die Bargeldreserven von Saab eingefroren werden, bis der Hersteller 620.000 US-Dollar an zwei Zulieferer bezahlt. Bei den Zulieferern handelt es sich um Kongsberg, ein norwegischen Sitze-Hersteller, und Infotiv, eine schwedische Beratungsfirma. Den größten Teil des Geldes schuldet Saab Kongsberg.

Wann kommt das Kapital der Chinesen?

Die niederländische Eignergesellschaft Swedish Automobile will vier Millionen Aktien an die Kapitalgesellschaft GEM Global Yield Fund Limited abgeben, wie eine Saab-Sprecherin am Montag sagte. Der genaue Preis sei von der Kursentwicklung der kommenden zehn Tage abhängig. GEM hatte erst Anfang des Monats fünf Millionen Saab-Aktien gekauft.

Anfang Juli hatten der Autohersteller Zhejiang Youngman Lotus und der Autogroßhändler Pang Da bindende Verträge über die Bereitstellung von zusammen 245 Millionen Euro mit ihrem europäischen Partner unterzeichnet. Der Vertrag muss vor Inkrafttreten noch von chinesischen Behörden genehmigt werden. Wann diese Genehmigung erteilt wird, ist unklar.

Saab galt wegen des Stillstands der Produktion seit April wegen unbezahlter Rechnungen an Zulieferer zeitweise als insolvenzgefährdet. Nach verschiedenen Zusagen für neues Kapital über 61 Millionen Euro sollen ab Ende August wieder Autos von den Bändern in Trollhättan laufen. Im Stammwerk arbeiten 3.700 Beschäftigte.

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kru