Der Toyota IQ hat in Europa nie die Erwartungen erfüllt und wird vermutlich vom Markt genommen. -

Der Toyota IQ hat in Europa nie die Erwartungen erfüllt und wird vermutlich vom Markt genommen. - Bild: Toyota

Als 2007 der Marktstart des Tata Nano bevor stand, glaubte man schon die Geschichte der Massenmobilität umschreiben zu müssen. Insbesondere für die Emerging Markets war dem indischen Billigmobil mit einem Preis um die 2.000 Euro ein stürmischer Erfolg prophezeit worden. Die hohen Erwartungen spiegelten sich auch in den Absatzplanungen des indischen Herstellers Tata: Für die Startphase lagen die Planungen vom billigsten Auto der Welt bei 250.000 Einheiten pro Jahr, später sollte die Produktion auf 500.000 Autos hochgefahren werden.

Die Realität fiel mehr als ernüchternd aus: Den Verkaufsgipfel erreichte der Nano 2012 mit 80.000 verkauften Einheiten, im vergangenen Jahr stürzte der Kleinswagsen auf 20.000 verkauft Fahrzeuge ab. Der einstige Firmenchef Ratan Tata räumt erst kürzlich ein, dass es ein Fehler gewesen sei, den Nano ausschließlich als Billigheimer beworben zu haben. Ganz offen hatte Indiens wichtigster Industrieller darüber gesprochen, dass der Nano wohl nur noch in Emerging Markets außerhalb Indiens und mit einer neuen Marketing-Startegie eine Marktchance habe.

Toyota IQ in Europa ohne Zukunft

Wie dem Nono droht auch der Toyota IQ nach nur knapp sechs Jahren von der automobilen Landkarte wieder zu verschwinden – zumindest teilweise. 2006 hatte Toyota den Kleinstwagen mit ausgeklügeltem Innenraumkonzept und betont wertiger Anmutung als Auto für den modernen Großstadtmenschen an den Markt gebracht. Ziel war ein jährlicher Verkauf in der Größenordnung des Smart von etwa 100.000 Einheiten jährlich. Mit Ach und Krach schaffte der IQ im Jahr 2009 60.000 Einheiten, danach ging´s ähnlich scharf bergab wie beim indischen Billigmobil: Während vom Hauptkonkurrenten Smart 2013 immer noch rund 100.000 Fahrzeuge verkauft wurden, lag der IQ-Absatz bei 6.000 Einheiten. Wie es mit dem Toyota-Winzling weiter geht, ist ungewiss. Dementiert werden seitens des herstellers Gerüchte, der IQ werde komplett eingestellt. Wahrscheinlich ist aber, dass der Autozwerg über 2014 hinaus nur noch in ausgewählten Märkten außerhalb Europas angeboten wird.

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Frank Volk