Tata Nano bei einer Kunstaktion

Tata Nano bei einer Kunstaktion: Der Kleinstwagen enttäuscht auch weiterhin die hohen Erwartungen, die in seinen Absatz gesteckt wurden. Bild: Tata Motors

Der Produktionsstopp im Werk in Sanand scheint weitgehend eine Folge des anhaltend schlechten Absatzes der Nano-Modelle zu sein. In den vergangenen sechs Monaten war die Anlage nur zwei bis drei Tage pro Woche in Betrieb. Bei einer Jahreskapazität von 250.000 Einheiten pro Jahr betrug der Ausstoß im letzten Jahr Daten von IHS Automotive zufolge kaum mehr als 18.200 Stück. “Das Unternehmen musste einige harte Maßnahmen ergreifen. (..) Tata hat in den vergangenen sechs Monaten immer nur 2000 bis 2400 Autos montalich produziert, aber ein Nullplan für Juni war eine Überraschung “, so eine nicht namentlich genannte Person mit Hintergrundwissen in einem Bericht der Economic Times.

Der Autohersteller will die Produktionspause auch nützen, um seine Anlage für eine flexiblere Produktion umzurüsten. Auch soll in die Produktion in Indien weiter investiert werden: 35 Mrd Rupien (etwa 420 Millionen Euro) sind hier geplant. Die Investitionen im Inland zielen vor allem auf die Einführung zweier für Tata wichtiger Autos. Die Kompaktlimousine Zest und das Fließheck Bolt sollen voraussichtlich in der zweiten Hälfte des Jahres gestartet werden.

Dagegen erfreuen sich die Marken von Jaguar Land Rover (JLR) einer starken Nachfrage, beflügelt durch die Markteinführungen des neuen Range Rover Sport, des neuen Range Rover und des Jaguar F-Type in den letzten Monaten. Deshalb soll nun auch ein Großteil der Investitionen den britischen Luxusmarken Jaguar und Land Rover zufließen. Für die nahe Zukunft ist die Einführung neuer Modelle, einschließlich des neuen Discovery-Sport (gegen Ende 2014) und der Jaguar-XE Mittelklasse-Limousine geplant.

Darüber hinaus geht ein Teil der nun angekündigten Investitionen in ein Motorenwerk in China, wo ein Werk mit einer Produktionskapazität von 130.000 Einheiten in Changshu in der ostchinesischen Provinz Jiangsu voraussichtlich Anfang nächsten Jahres die Serienproduktion aufnehmen soll.

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IHS / Andreas Karius