Daimler-Bus in Ägypten. - Bild: Daimler

Daimler-Bus in Ägypten. - Bild: Daimler

Die anhaltenden Proteste und die unsichere Lage in Ägypten bringen die Wirtschaft des Landes zunehmend zum Erliegen. Zahlreiche internationale Konzerne haben ihre Produktion eingestellt und mit der Evakuierung ihrer Mitarbeiter begonnen.

Das berührt auch die lokalen Fahrzeug-Montagen von BMW und Daimler. Eine Montage sei derzeit nicht möglich, die Produktion ruhe, sagte ein Sprecher des Münchener DAX-Konzerns. BMW kooperiert in Kairo mit einem lokalen Importeur über eine sogenannte CKD-Fertigung (“Completely Knocked Down”), in der BMWs endmontiert werden. 2010 waren es knapp 1.900 Autos der 3er-, 5er- und 7er-Baureihe sowie die SUVs X1 und X3. Mit Hilfe der Vor-Ort-Montage können hohe Importzölle umgangen werden. Der Sprecher erklärte, auf dem Lohnzettel von BMW stünden lediglich zwei Mitarbeiter, die nun samt ihrer Familien ausgeflogen werden sollen.

Daimler will wegen der Unruhen in Ägypten Mitarbeiter aus seiner dortigen Montage in der Nähe der Hauptstadt Kairo abziehen. “Wir haben uns wegen der unklaren Sicherheitslage entschieden, die entsendeten Mitarbeiter zurückzuholen”, sagte ein Konzern-Sprecher in Stuttgart. Betroffen sei eine niedrige zweistellige Zahl von Beschäftigten. Die Produktion stehe seit Sonntag still. Noch sei unklar, wann die Automontage wieder aufgenommen werden kan. Die Vertriebsaktivitäten habe der Konzern in dieser Woche komplett eingestellt.

Volkswagen hat wegen der Unruhen in Ägypten seine Auto-Lieferungen in das nordafrikanische Land gestoppt. Es sei völlig unklar, ob die Wagen ihren Bestimmungsort erreichten, sagte ein Sprecher des Wolfsburger Konzerns am Montag. Zuvor waren auch die Lieferungen nach Tunesien unterbrochen worden, nachdem Fahrzeuge anderer Hersteller nach der Ankunft im Hafen in Brand gesteckt worden seien. Eigene Werke hat Volkswagen in Nordafrika nicht.

gw/mit Material von Dow Jones Newswires