VW hat den Verkauf seiner Dieselfahrzeuge in den USA gestoppt und im Februar deutlich weniger

VW hat den Verkauf seiner Dieselfahrzeuge in den USA gestoppt und im Februar deutlich weniger abgesetzt als im Vorjahresmonat. Bild: Volkswagen

Beflügelt wurden die Verkäufe von einer Flut an Promotionsaktionen anlässlich des jährlichen Gedenktages zum Geburtstag des ersten US-Präsidenten George Washington, aber auch von Nachholbedarf. Im Januar hatte ein Wintersturm in weiten Teilen des Landes den Absatz gedrückt.

Nach Schätzungen der Marktforscher Edmunds und TrueCar berichten die Hersteller ihren besten Absatz in einem Februar seit mehr als 15 Jahren. Annualisiert dürften die Auto-Absätze auf 17,5 Millionen Einheiten oder mehr gestiegen sein.

Vor allem Ford legte kräftig zu: Der Autobauer aus Detroit übergab mit 216.045 Fahrzeugen ein Fünftel mehr an die Kunden und meldete den besten Februar-Absatz in elf Jahren. Geländewagen der Marke Ford erzielten einen Rekord für den Monat, während die F-Serie den besten Februar in zehn Jahren verzeichnete.

Bei General Motors gingen die Verkäufe dagegen um 1,5 Prozent auf 227.825 Fahrzeuge zurück. Das lag vor allem an einem Rückgang der Flottenauslieferungen um 24 Prozent. Die Verkäufe an Privatkunden legten um 6,6 Prozent zu.

Fiat Chrysler buchte im vergangenen Monat einen Zuwachs um 12 Prozent auf 182.879 Einheiten. Damit steigerte der italienisch-amerikanischer Autobauer seine Verkäufe den 71. Monat in Folge. Die Nachfrage nach Jeeps legte um 23 Prozent zu, die Modelle Cherokee, Wrangler, Patriot und Compass verzeichneten ihren besten Februar-Absatz aller Zeiten.

Niedrige Kraftstoffpreise, leicht erhältliche Kredite und die Verbesserung der Beschäftigung trugen dazu bei, dass die Nachfrage hoch blieb. Die Branche hat sechs Jahre ununterbrochenes Wachstum hinter sich und verzeichnete 2015 in den USA Rekordverkäufe. Bei Benzinpreisen von weniger als 2 Dollar für eine Gallone (umgerechnet etwa 3,8 Liter) trieb vor allem die Nachfrage nach teuren Trucks und SUVs den Absatz. Kelley Blue Book hat errechnet, dass der durchschnittliche Transaktionswert in den USA im Februar um 2,2 Prozent auf 33.781 US-Dollar gestiegen ist.

Die Investoren allerdings drehten dem Sektor zuletzt den Rücken zu. Sorgen, dass der Automarkt den Gipfel bereits überschritten hat, ließen die Aktien der amerikanischen Autobauer fallen. Es gibt auch einige Warnzeichen, dass die Verbrauchernachfrage sich abschwächt. Die Ausgaben der Branche für Kaufanreize dürften im Februar um 11 Prozent auf fast 3.000 Dollar pro Fahrzeug gestiegen sein, schätzt TrueCar.

Die meisten Hersteller sollten im vergangenen Monat zugelegt haben, mit Ausnahme von Volkswagen. Der deutsche Autokonzern, der den Verkauf seiner Dieselfahrzeuge in den USA wegen des Skandals um den Betrug bei Abgastests gestoppt hatte, setzte 22.321 Fahrzeuge ab - rund 13 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.