Straße in Phiadelphia in Amerika.

Nach vielen Rekordjahren leidet der US-Automarkt bei Pkw, SUVs und Pickups unter rückläufigen Verkaufszahlen. Die deutschen Hersteller hingegen können trotz des VW-Abgasskandals punkten - auch dank neuer Modelle. Bild: pixabay

Besonders auf den Magen schlagen dürfte ihnen das Minus bei einigen teuren Pickups, von denen dieses Jahr neue Modelle anstehen. Ford, General Motors (GM) und Fiat Chrysler verkauften jeweils weniger Autos, wie die Konzerne am Donnerstag in Detroit mitteilten.

Nach vielen Rekordjahren in Folge ging dem US-Automarkt bei Pkw, SUVs und Pickups bereits im vergangenen Jahr etwas die Puste aus. Die Verkäufe gingen zum ersten Mal seit 2009 wieder zurück, von 17,5 Millionen auf 17,1 Millionen Fahrzeuge.

Auch dieses Jahr rechnen Experten mit weniger Absatz. Im Februar dürfte es Schätzungen zufolge insgesamt ein Minus von 4 Prozent auf rund 1,3 Millionen Wagen werden. Einige Autobauer mussten ihre Zahlen zwar noch vorlegen, doch für Experten sah es nach dem schwächsten Monat seit Hurrikan Harvey im vergangenen August aus.

Volkswagen konnte dank neuer SUV-Modelle aber auch im Februar weiter zulegen. Die Kernmarke des Konzerns verkaufte in den USA mit 26 660 Autos insgesamt 6 Prozent mehr Fahrzeuge als im Vorjahresmonat. Abseits des neuen Atlas-SUV mit fast 4800 verkauften Autos und des neuen Tiguan mit knapp 7500 Autos schnitt ansonsten aber fast jedes Modell teils deutlich schlechter ab als vor einem Jahr. Damals waren der neue Tiguan und der Atlas noch nicht verfügbar.

Insgesamt bleibt VW damit in der Spur, nach zwei Monaten steht im bisherigen Jahr ein Plus von 5,7 Prozent zu Buche. Auch Rivale Toyota konnte im Februar ein Plus von 4,5 Prozent einfahren, während die Japaner von Honda und Nissan schwächer abschnitten.

Die VW-Tochter Audi ist dank ihrer SUVs und frischer Versionen des A5 in den USA weiter im Vorwärtsgang. Die Ingolstädter verkauften im Februar 15 451 Autos und damit rund 12 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, wie das Unternehmen am US-Sitz in Herndon (Virginia) mitteilte. Die SUV-Modelle Q3 und Q5 sowie vorher nicht erhältliche Versionen des A5 sorgten für Schwung. Beim Q7 und den sonstigen Modellen aus der A-Serie gab es hingegen Rückgänge. Im bisherigen Jahresverlauf hat Audi insgesamt ein Plus von 11 Prozent aufzuweisen.

Der Sportwagenbauer Porsche hat im Februar kräftig zulegen können. Mit 4382 Autos verkauften die Schwaben ein Fünftel mehr Fahrzeuge als ein Jahr zuvor, wie die VW-Tochter in Atlanta (Georgia) mitteilte. Der vor einem Jahr noch kaum erhältliche Panamera sowie der 911er verzeichneten deutlich mehr Nachfrage, während die US-Autokäufer bei den SUV-ähnlichen Cayenne und Macan nicht mehr so viel zugriffen. In den beiden bisherigen Monaten des Jahres hat Porsche insgesamt ein Absatzplus von 11,6 Prozent aufzuweisen.

Daimler hat im Februar knapp mehr Autos verkauft als vor einem Jahr. Von der Marke Mercedes-Benz schlugen die Stuttgarter 24 760 Pkw los und damit ein Prozent mehr als vor einem Jahr, wie das Unternehmen in Atlanta (Georgia) mitteilte. Inklusive Vans-Nutzfahrzeugen und der Smart-Kleinwagenmarke stiegen die Verkäufe um 1,9 Prozent auf 27 894 Autos. Deutlich mehr konnte Mercedes vom mittelschweren SUV-Modell GLC absetzen. Auch die neue Version der Luxuslimousine S-Klasse konnte deutlich zulegen. Auch die E-Klasse lief besser, die C-Klasse hingegen fand deutlich weniger Käufer.

Schmerzhaft dürften für die großen US-Autobauer vor allem Rückgänge bei den dicken Pickups sein, von denen sie in diesem Jahr neue Modelle auf den Markt werfen, so etwa bei Fiat Chryslers Marke Ram, dem Chevrolet Silverado (GM) oder dem GMC Sierra (ebenfalls GM).

Die Verkäufe des italienisch-amerikanischen Autobauers Fiat Chrysler gingen im Jahresvergleich insgesamt um 1,4 Prozent zurück. Bei US-Platzhirsch General Motors (GM) drückte die Traditionsmarke Chevrolet mit deutlichem Rückgang die Gesamtverkäufe 6,9 Prozent ins Minus. GM räumte nach eigenen Angaben weniger Rabatte ein als im Vorjahresmonat. Ford musste ebenfalls mit fast 7 Prozent ein dickes Minus verkraften. Bei der Hausmarke wie auch bei Lincoln setzte es empfindliche Rückgänge bei den Stadtgeländewagen (SUVs).