Trump_US-Autoindustrie

Mit billigem Benzin und ohne hinderliche (Umwelt)-Regulierungen zu neuem Absatzrekord: unter Donald Trump werden die Karten in der US-Autoindustrie neu gemischt. Bild: Trump/Website

Anlässlich der gerade begonnen CES in Las Vegas, wo die Mobilitätszukunft im Mittelpunkt steht und der bevorstehenden Detroit Auto Show, die eher für die alten Werte der Autowelt steht, legte das von Ferdinand Dudenhöffer geleitete CAR-Institut eine neue Prognose für den US-Automarkt 2017 vor. Die kommt  zu einem wirtschaftlich kurzfristig blendenden Ergebnis für die US-Autoindustrie, einer aus Umweltgesichtspunkten eher düsteren Einschätzung.

So erwartet Dudenhöffer, dass Trump auf den schnelles Wachstum durch billiges Benzin und ohne hinderliche Regulierungen durch den Umweltbereich setzen wird. Deutlichstes Indiz: die in der Obama-Zeit  zu großem Einfluss gekommene US-Umweltbehörde EPA will Trump auflösen. Das unter der EPA ausgearbeitete Papier zur Halbierung des Benzinverbrauchs bis 2025, das 2017 rechtskräftig verabschiedet werden sollte, werde unter der Trump-Regierung wohl in der Schublade verschwinden. Große Gewinner der Trump-Politik dürften die Produzenten automobilen Schwermetalls werden. Durch die Strategie könnte die alte Autoregion Detroit eine neue Blüte erleben.

Umweltpolitischer Widerstand aus Kalifornien

Ernsthafter Widerstand droht Trump nur aus Kalifornien. Von dort schickte die Umweltbehörde CARB bereits eine eindeutige Grußadresse an den neuen Boss in Washington. Gouverneur Jerry Brown, ein Demokrat, hat bereits angekündigt, mit aller Kraft für den Klimaschutz zu kämpfen. Mit seinen 35 Millionen Einwohnern und zwei Millionen Neuzulassungen im Jahr und vor allem als größter Nettozahler unter den US-Bundesstaaten, hat Kalifornien erheblichen Einfluss auf das Geschehen in Washington.

Dessen ungeachtet dürfte die Trump-Politik vor allem den Absatz großer Autos befördern, bei denen Umweltgesichtspunkte maximal an zweiter Stelle stehen.  Führt Trump zudem Zölle auf in Mexiko gebaute Autos ein, schlage er zwei Fliegen mit einer Klappe: „Die Amerikaner kaufen mehr Autos und deutlich mehr davon aus den USA“, analysiert Dudenhöffer. In Summe rechnet der der Autoexperte durch die Trump-Strategie mit rund 17,9 Millionen Neuzulassungen in den USA im Jahr 2017 – mehr als jemals zuvor.

Dass die Autoindustrie Trumps Ankündigungen auf Strafzölle durchaus ernst nimmt, unterstreicht das Beispiel des Autobauers Ford. Dieser war von dem kommenden US-Präsidenten im Wahlkampf scharf angegangen worden, weil die – nach US-Maßstab – Kleinwagenproduktion aus den USA nach Mexiko verlegt werden sollte. Nun hat Ford einen Rückzieher gemacht, in Trumps Schusslinie ist dafür jetzt General Motors geraten.