Autos auf Straße in den USA

Deutsche und japanische OEMs sind in den USA zum Jahresauftakt überwiegend besser unterwegs als noch 2016. Bild: Thomasz-Zaida - Fotolia.com

Während die großen drei amerikanischen Autobauer allesamt mit rückläufigen Verkaufszahlen zu kämpfen haben, sind viele ausländische Autobauer obenauf - allen voran Volkswagen und Audi.

Marktführer General Motors verkaufte im Januar 195.909 Fahrzeuge und damit knapp 4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Einen leichten Rückgang von 0,7 Prozent auf 171.186 Fahrzeuge hatte Ford zu vermelden. Einen Erfolg konnte Ford jedoch bei seinen Pickup-Trucks der F-Serie vermelden: Der Absatz der Baureihe kletterte um 13 Prozent, womit sie den besten Jahresstart seit 2004 erreichte. Fiat Chrysler hatte einen Einbruch um 11 Prozent auf 152.218 Fahrzeuge zu verkraften.

Deutsche und Japaner überwiegend besser als im Vorjahr

Volkswagen und seine Premiumtochter Audi konnten ihre Verkäufe zum Jahresauftakt steigern. Der Absatz von Volkswagen kletterte im Januar um 17 Prozent auf 23.510 Autos. Aus den Audi-Autohäusern in den USA rollten mit 13.201 Exemplaren gut 11 Prozent mehr Fahrzeuge. Auch die Konzerntochter Porsche konnte mit knapp 6 Prozent auf 4.602 Autos deutlich zulegen.

Die deutschen Premiumautobauer BMW und Daimler waren zu Jahresbeginn gut unterwegs. Daimler konnte 3,5 Prozent mehr Mercedes-Benz-Fahrzeuge an die Kundschaft bringen. Während BMW mit seiner Kernmarke stabile Verkaufszahlen aufwies, war die Konzernmarke Mini hingegen leicht rückläufig.

Unter den japanischen Konzernen wies einzig Toyota einen Rückgang auf, nämlich um gut 11 Prozent. Honda und Nissan legten dagegen zu.

Der Dezember vergangenen Jahres war - befeuert durch massive Kaufanreize - einer der besten Verkaufsmonate für die Autobauer in den USA gewesen. Auch wenn der Januar schwächer war, dürfte es 2017 kaum zu einem gewaltigen Abschwung kommen. Denn wichtige Anreize wie niedrige Benzinpreise, günstige Finanzierungskonditionen und großzügige Rabatte der Hersteller haben weiterhin Bestand.

Analystin: Politik ein wichtiger Faktor in diesem Jahr

Analystin Jessica Caldwell von Edmunds sagte, der saisonal schwache Januar sei als Gradmesser für den Verlauf des restlichen Jahres nicht geeignet. "Es zeigt sich bereits, dass 2017 kein Jahr wie jedes andere werden dürfte. Die Erwartungen für die US-Autoverkäufe gehen in Richtung einer Verlangsamung oder eines leichten Rückgangs - aber der Präsident erweist sich als Unsicherheitsfaktor", so die Analystin. Schaue man sich die Entwicklung des Aktienmarktes und die Verbraucherstimmung an, so scheine es, dass die Politik eine wichtigere Rolle spiele als jemals zuvor.

Der neue Präsident Donald Trump hatte eine protektionistische Wirtschaftspolitik angekündigt. So drohte er deutschen und anderen Herstellern unverhohlen mit Strafzöllen von bis zu 35 Prozent, wenn sie etwa Fabriken in Mexiko statt in USA errichten und ihre Fahrzeuge von dort in die USA exportieren wollen.