VW Beetle

Besonders VW musste in den USA heftige Absatzeinbußen einstecken. Bild: Volkswagen

Der Absatz von Volkswagen brach jedoch im Mai erst einmal um satte 17 Prozent auf nur noch 28.779 Fahrzeuge ein. Schon seit Anfang des Jahres hat der Hersteller mit deutlichen Rückgängen zu kämpfen. Die anderen Marken des Volkswagen-Konzerns schnitten besser ab. Die Premiumtochter Audi steigerte ihre Verkäufe um 1,6 Prozent auf 18.728 Fahrzeuge. Der Sportwagenhersteller Porsche erzielte dank des Kompakt-SUVs Macan ein Plus von 7,3 Prozent auf 4.578 Autos.

Ohnehin haben die meisten Hersteller herben Absatzrückgängen zu kämpfen. Das ist auch dem Umstand geschuldet, dass es weniger Verkaufstage gab als im Vergleichsmonat und somit weniger Betrieb in den Autohäusern des Landes. Mercedes-Benz verbuchte einen Absatzrückgang von 1 Prozent auf 29.299 Autos. Konkurrent BMW verkaufte 29.017 Autos und damit sogar 6,4 Prozent weniger.

Unter den großen US-Herstellern war GM der größte Verlierer. Der Absatz des US-Marktführers brach im Mai um 18 Prozent auf 240.450 Fahrzeuge ein. Der Konzern hatte seine Verkäufe an Mietwagenfirmen zurückgefahren. Zudem hat es nach Unternehmensangaben Engpässe bei neuen Modellen gegeben.

Auch Ford verkaufte mit einem Rückgang um 6,1 Prozent auf 234.748 Fahrzeuge deutlich weniger als im Vorjahr. Das lag am schwächelnden Absatz der Pkw. Die Pickup-Trucks aus der F-Serie wiesen dagegen ein Absatzplus von 9 Prozent auf und die Vans des Konzerns schnitten - angeführt vom Modell Transit - so gut ab wie 1978 nicht mehr.

Bei Fiat-Chrysler ging es dank der soliden Nachfrage nach der Marke Jeep weiter bergauf, wenn auch mit einem Plus von 1,1 Prozent auf 204.452 Fahrzeuge nur leicht. Jeep legte um 14 Prozent zu und setzte so viel ab wie noch nie in einem Monat.

Die asiatischen Hersteller mussten hingegen Federn lassen. Bei Toyota betrug der Rückgang knapp 10 Prozent, bei Honda 5 und bei Nissan noch 1 Prozent. Ohnehin hatten viele Analysten mit einem schwächeren Monat Mai gerechnet, der statt 26 Verkaufstagen wie im Vorjahr nur 24 aufwies.

GM bezifferte die annualisierte Verkaufszahl nur noch auf 17 Millionen Fahrzeuge. Das Analyse-Institut IHS Automotive ist da schon etwas zuversichtlicher. "Der Ausblick deutet nach wie vor auf ein weiteres Rekordjahr hin", sagte IHS-Analystin Stephanie Brinley. SUV und Pick-up-Trucks blieben im Umfeld niedriger Spritpreise und günstiger Finanzierungszinsen gefragt. "Unsere Jahresprognose liegt bei 17,8 Millionen Neuwagen, was einem Anstieg von 1,8 Prozent zum Vorjahr entspricht." 2015 waren in den USA mit knapp 17,5 Millionen Stück soviele Autos wie nie zuvor in einem Jahr verkauft worden.

Große Autohändler in den USA äußern sich hingegen  seit geraumer Zeit besorgt, dass sich der jahrelange Boom dem Ende zuneigen könnte. Auch wenn die niedrigen Zinsen und das billige Benzin den Absatz insbesondere von teureren Pickup-Trucks und SUVs antreiben, so mussten Händler und Hersteller in letzter Zeit verstärkt mit hohen Rabatten und anderen Kaufanreizen nachhelfen.