Im Zuge der US-Vorschriften für Rückwärtskamera, drängen die Hersteller darauf, Außenspiegel

Im Zuge der US-Vorschriften für Rückwärtskamera, drängen die Hersteller darauf, Außenspiegel durch Kameras zu ersetzen. Im Bild eine Modell des Zulieferers Magna. Bild: Magna

Ziel der Neuregelung ist der bessere Schutz insbesondere von Kindern und Senioren. Laut Statistiken werden in den USA jährlich rund 15.000 Menschen durch Unfälle beim Rückwärtsfahren oder die nicht ideale Sicht nach hinten verletzt. Fünf Prozent der Unfälle mit tödlichem Ausgang werden damit in Zusammenhang gebracht. Weit überdurchschnittlich betroffen sind dabei Kinder und Menschen über 70 Jahre. Vom standardisierten Einsatz der Rückfahr-Kameras erwartet die NHTSA einen Rückgang der Unfallzahlen um etwa zehn Prozent.

In der finalen Fassung ist die NHTSA den Autoherstellern in einigen wichtigen Punkten entgegen gekommen, die die Ausrüstung der Fahrzeuge erheblich günstiger gestaltet. So gibt es laut Detroit News mehr Flexibilität für die Hersteller bezüglich der Bestimmung, wonach die Kameras zwei Sekunden nach Start betriebsbereit sein müssen. Die ursprünglich vorgesehene Vorschrift über die Größe der Screens für die Rückfahrkameras hat die Behörde komplett fallen lassen. In den Bestimmungen definiert ist unter anderem das abzudeckende Sichtfeld hinter dem Fahrzeug, auch müssen die eingesetzten Systeme Vorschriften bezüglich Größendarstellung bis hin zur Haltbarkeit erfüllen.

Stufenweise Einführung

In der ursprünglichen Fassung hätte die Ausrüstung der Fahrzeuge die Industrie etwa 1,9 bis 2,7 Milliarden Dollar gekostet. Nach den neuen Regeln sind es 2018 noch zwischen 546 und 924 US-Dollar. Eingeführt werden sollen die Kameras stufenweise: Bis Mai 2016 müssen zehn Prozent der Neufahrzeuge ausgerüstet sein, im Mai 2017 40 Prozent und ab Mai 2018 dann alle Fahrzeuge.

Von Herstellerseite wurden die neuen Regeln gelassen aufgenommen. Grund: Für die Autobauer sind Rückfahrkameras ein großes Geschäft, die technische Entwicklung ist weit gediehen. Nach Schätzungen der NHTSA wären bis 2018 ohnehin 59 bis 73 Prozent der neufahrzeuge mit entsprechenden Kamerasystemen ausgerüstet worden.

OEM wollen Kameras statt Außenspiegel

Die Allianz der Automobilhersteller, der neben den amerikanischen Marken auch europäische und japanischer Marken angehören und die die Herstellerinteressen gegenüber der Politik vertritt, nutzte die Verabschiedung des Regelwerks, um ein wichtiges Anliegen der Industrie auf die Tagesordnung zu bringen: Die Ablösung von Aussenspiegeln durch Kameras. Dadurch könne unter anderem das seitlich-rückwärtige Sichtfeld erheblich erweitert werden. Serienreife Systeme hierzu gibt es bereits, unter anderem von Magna. Die Kameras sind ähnlich positioniert wie Außenspiegel und übertragen das Zusehende auf einen Screen im Auto. Außer einem Plus an Sicherheit versprechen sich die Hersteller durch die wesentlich kleineren Kamera-Spiegel einen geringeren Spritverbrauch. Ganz heiß auf die Systeme sind die Designer.

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Frank Volk