VW Werk Chattanooga

Offizielle Eröffnung des neuen Volkswagen-Werks in Chattanooga/USA. - Bild: VW

“Amerika, speziell die USA, sind ein wichtiger Markt für uns”, sagte Winterkorn am Dienstag in der brandneuen Fabrik. Volkswagen sei nun endgültig als lokaler Hersteller in den USA angekommen. Die asiatischen Konkurrenten oder auch die deutschen Wettbewerber BMW und Mercedes produzieren schon lange im dem Land. Bei VW sollen am Ende 2000 Mitarbeiter jährlich 150.000 speziell für die USA entwickelte Passat herstellen.

Mit seinen dicken Investitionen ist VW gern gesehen in Chattanooga und dem ganzen Staat Tennessee. Zur Einweihung des Werks war sogar US-Verkehrsminister Ray LaHood erschienen, der die VW-Leute als “Freunde” bezeichnete und den spritsparenden Dieselmotor der Deutschen lobte. Gouverneur Bill Haslam hofft, dass sich weitere Firmen ansiedeln und VW die Produktion rasch ausbaut.

Die letzten Fahrzeuge hatte VW 1988 in den USA hergestellt in seinem damaligen Werk in Pennsylvania. Es waren Golf, die dort ab 1978 vom Band liefen. Zuerst verkaufte sich der Käfer-Nachfolger auch gut, doch am Ende machten zu hohe Produktionskosten und sinkende Verkäufe gepaart mit der vorpreschenden japanischen Konkurrenz dem Werk den Garaus. Ein großer Teil der VW-Modelle für den US-Markt kommt seitdem aus dem Werk im mexikanischen Puebla.

Seit einigen Wochen läuft die Produktion im neuen Werk in Chattanooga schon, der Verkauf der Mittelklasse-Limousine beginnt im Herbst, wenn die Händler genügend Wagen vorrätig haben. “Der Standort Emden muss sich keine Sorgen machen”, sagte Winterkorn. Dort ist die deutsche Passat-Produktion angesiedelt. Es handele sich beim US-Modell um ein anderes Auto, erläuterte Winterkorn. Es ist größer als der deutsche Passat.

Mit der Mittelklasse-Limousine zum Kampfpreis von 20.000 Dollar plus Steuern will der VW-Konzern seine Verkäufe in den Vereinigten Staaten deutlich ankurbeln und seinen Marktanteil bis 2018 auf sechs Prozent verdoppeln. Neben der Massenmarke VW wächst derzeit auch die Premiummarke Audi stark.

Ein Export von VW-Fahrzeugen aus dem neuen Werk in den USA sei nicht beabsichtigt, sagte Vorstandsmitglied Michael Macht. Als die Wolfsburger seinerzeit die Pläne für das neue Werk verkündeten, hieß es noch, einige Fahrzeuge auch exportieren zu wollen – ein Großteil sollte nach Europa gehen. Auf die Frage, ob Porsche Fahrzeuge in den USA bauen könnte, sagte Winterkorn “nein”. Porsche wird von Volkswagen kontrolliert.

dpa/Guido Kruschke