VW-Werk Pune, Indien

Im VW-Werk im indischen Pune läuft der Polo vom Band. Zuletzt lief es für die Wolfsburger alles andere als rund in dem Land. Bild: Volkswagen

VW will mit dem Geld vorwiegend ein neues Motoren- und Getriebewerk errichten, um Autos zu wettbewerbsfähigen Preisen zu verkaufen und den bisher geringen Marktanteil in Indien zu steigern. Mit der Fertigung vor Ort steige der lokale Anteil an der Produktion des Polo auf etwa 90 Prozent von derzeit 65 bis 70 Prozent, sagte Mahesh Kodumudi. Der Geschäftsführer von VW in Indien erklärte, dass das Fehlen eines Motorenwerkes in Indien ein Nachteil dabei sei, ein nachhaltiges und profitables Geschäftsmodell zu schaffen.

VW verfügt in Chakan im westindischen Bundesstaat Maharashtra bereits über ein Werk, in dem bis zu 130.000 Fahrzeuge im Jahr gebaut werden können. In der Fabrik werden Polo, Vento und Jetta produziert. Die Kapazität in dem Werk könne mit einer kleinen Investition auf 200.000 Einheiten im Jahr erhöht werden, erklärte Kodumudi. Europas größter Autobauer hat bisher rund 537 Millionen Euro in Indien investiert.

Zuletzt lief es für die Wolfsburger alles andere als rund in dem Land. Im vergangenen Quartal sanken die Autoverkäufe um 42 Prozent auf 8.769 Fahrzeuge. Im gleichen Zeitraum legte der Gesamtmarkt um 1,3 Prozent auf 615.322 Autos zu. Der indische Automarkt hat eines der schwierigsten Jahre seit einiger Zeit hinter sich. Die Autoverkäufe sanken in den zwölf Monaten per Ende März im zweiten Jahr in Folge wegen hoher Treibstoffkosten und einem schwachen Konsumklima.

Volkswagen hatte bisher Schwierigkeiten, auf dem indischen Markt weiter vorzudringen. Der Konzern kommt lediglich auf einen Marktanteil von unter 1 Prozent bei Neufahrzeugen. VW-Manager Kodumudi erklärte, dass man das frühere Ziel aufgegeben habe, den Marktanteil in Indien bis zum Jahr 2018 auf 20 Prozent zu steigern. Eine neues Ziel nannte er nicht.

Die Wolfsburger sind aber zuversichtlich, dass Indien irgendwann wieder ein wichtiger Wachstumsmarkt werden könnte. Viele Manager und Ökonomen sind hoffnungsvoll, dass die neu gewählte Regierung des Landes einen Weg findet, dem Wirtschaftswachstum auf die Sprünge zu helfen.

Alle Beiträge zu den Stichwörtern Volkswagen Indien

Santanu Choudhury, Dow Jones Newswires/ks