Jonathan Browning

VW-Manager Jonathan Browning, zuständig für das US-Geschäft. - Bild: VW

“Im Jahr 2010 waren 20 Prozent aller neuen VW in den Vereinigten Staaten Diesel-Modelle, im ersten Quartal 2011 ist der Anteil auf 24 Prozent hochgegangen”, sagte Landeschef Jonathan Browning am Mittwoch auf der New York Auto Show. Zum Vergleich: In Deutschland verkauft VW etwa die Hälfte seiner Autos mit einem Dieselmotor.

Der Diesel spielt eine große Rolle bei Volkswagens Bemühungen, auf dem hart umkämpften US-Markt an Gewicht zu gewinnen und sich letztlich zum weltgrößten Autokonzern aufzuschwingen. Noch dominieren in den Vereinigten Staaten neben den “Big Three” aus Detroit die Hersteller aus Japan und Südkorea.

“Der Diesel ist eine Möglichkeit, uns von der Konkurrenz abzusetzen”, sagte Browning. Aktuell hat VW in den USA fünf Modelle mit Diesel im Angebot, darunter den dortigen Verkaufsschlager Jetta.

Die Wettbewerber schwörten eher auf die Hybrid-Technik, führte Browning aus. Marktführer ist hier Toyota mit seinem Prius. Der VW-Landeschef sieht den eigenen TDI-Dieselmotor aber in puncto Reichweite überlegen. Der neue US-Passat, der im Herbst zu einem Kampfpreis ab 20 000 Dollar auf den Markt kommt, schaffe 800 Meilen oder umgerechnet annähernd 1300 Kilometer mit einer Tankfüllung Diesel. “Das ist ein ganz praktischer Vorteil.”

Die sparsame Alternative zum Benziner

Diesel-Autos genießen in den USA immer noch einen schlechten Ruf als Stinker. Zudem ist es mancherorts schwierig, eine Tankstelle zu finden, die Diesel im Angebot hat. Das vereitelte frühere Bemühungen der versammelten deutschen Autokonzerne, der Technik zum Durchbruch in den USA zu verhelfen. Jetzt kommen VW, BMW und Mercedes die steigenden Spritpreise entgegen – viele Kunden suchen nach sparsamen Alternativen zum Benziner. “Wir erwarten, dass die Spritpreise langfristig weiter steigen”, sagte Browning.

dpa/Guido Kruschke