Mary Barra

Gestresste Krisenmanagerin: Mary Barra feuert zwei Ingenieure und kündigt Sicherheitskampagne an. Bild: GM

Der Nachricht voraus ging ein Zwischenbericht einer unabhängigen Überprüfung der Vorgänge, die zum Rückruf von inzwischen 2,6 Millionen Fahrzeugen in Nordamerika geführt haben. Durch den Einsatz fehlerhafter Zündschlösser, die während der Fahrt auf “Aus” springen können, sollen bei 32 Unfällen 13 Menschen zu Tode gekommen sein. Der Autobauer sieht sich massiven Vorwürfen ausgesetzt, dass die Problematik um die Zündschlösser seit Jahren bekannt gewesen sei, aus Spargründen aber vertuscht wurde.

Bei der Anhörung im Kongress-Ausschuß in der vergangenen Woche sah sich GM-Chefin Mary Barra harscher Kritik ausgesetzt, weil es trotz der Schwere der Vorwürfe und aller Beteuerungen um Wiedergutmachung bislang keine personellen Konsequenzen in dem Skandal gegeben habe. Das hat GM nun nachgeholt. Nach Vorlage eines Zwischenberichts wurden jetzt zwei Ingenieure von ihrer Arbeit freigestellt. Nähere Informationen über deren Rolle in der Affäre gibt es jedoch nicht.

Für besondere Brisanz sorgt weiterhin die Frage, wer wann was über mögliche Defekte an den Zündschlössern wusste. In einer der Anhörungsrunden war ein Papier aus dem Jahr 2005 aufgetaucht, in dem auf mögliche Probleme hingewiesen wurde. Statt aber darauf mit einem Rückruf zu reagieren und die fehleranfälligen Teile zu einem Stückpreis von etwa 0,9 Dollar zu tauschen, habe der Hersteller klammheimlich und unter Verwendung derselben Teilenummer ab 2006 andere Zündschlösser verbaut. Der seither im Raum stehenden Vorwürfe: GM habe versucht, die Probleme zu vertuschen und – schlimmer – der Autoriese habe für ein paar Cent Menschenleben aufs Spiel gesetzt. Inzwischen gibt es auch Hinweise, dass es bereits in der Vorserienfertigung im Jahr 2001 Hinweise auf Schwächen bei den Zündschlössern gegeben habe.

Barra kündigt Sicherheitskampagne an

GM-Chefin Mary Barra ist seit Bekanntwerden des Rückrufs im Februar als Krisenmanagerin im Dauereinsatz. Bei einer Mitarbeiterversammlung am heutigen Donnerstag (10. April) kündigte sie eine breit angelegte interne Sicherheitskampagne beim Autohersteller an. Diese sieht einem Bericht der Detroit News zufolge unter anderem ein Belohnungssytem für Mitarbeiter, die ihren Vorgesetzten mögliche Sicherheitsprobleme frühzeitig melden. Details der Kampagne sollen innerhalb der nächsten 30 Tage bekannt gegeben werden.

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Frank Volk