Ein SUV von Ssangyong.

Vor rund zehn Jahren hatte Mahindra & Mahindra den Mehrheitsbesitz am südkoreanischen OEM übernommen. (Bild: Ssangyong)

Der Übernahmevertrag von Ssangyong und dem Konsortium um Edison Motors wurde für ungültig erklärt. Das Konsortium habe die Frist zur Zahlung des vollständigen Übernahmepreises verstreichen lassen, teilt der angeschlagene Autohersteller mit. Der Vertrag sei dadurch automatisch außer Kraft gesetzt worden.

Der südkoreanischen E-Lkw-Hersteller wollte Ssangyong für rund 227 Millionen Euro übernehmen und zum E-Autohersteller transformieren. Zuvor hatte er sich gegen zwei Interessenten durchgesetzt. Beide Seiten hatten den Vertrag im Januar unterzeichnet, das Insolvenzgericht hatte zugestimmt und Edison zehn Prozent angezahlt. Der Rest sollte laut Ssangyong bis zum vergangenen Freitag eingehen, allerdings konnten die notwendigen Mittel anscheinend nicht aufgebracht werden.

Der südkoreanische OEM verbleibt somit seit April 2021 unter Zwangsverwaltung, begibt sich erneut auf Käufersuche und will innerhalb der gesetzlichen Frist einen neuen Sanierungsplan vorlegen. Seit 2011 befindet sich Ssangyong mehrheitlich im Besitz des indischen Nutzfahrzeugbauers Mahindra & Mahindra. Die Inder hatten bislang vergeblich versucht, ihre Mehrheit zu veräußern.

Ssangyong geht mit besserer Ausgangslage auf Käufersuche

Nach eigenen Angaben habe sich die Situation im Vergleich zum Vorjahr jedoch verbessert: So soll Ende Juni die Produktion des neuen J100 anlaufen. Zudem wurde mit dem Korando e-Motion das erste Elektroauto in Europa eingeführt, mit dem U100 folge im zweiten Halbjahr 2023 ein weiteres E-Modell. Das Unternehmen profitiere dabei von der strategischen Allianz mit BYD.

Auch bei der Produktion blickt der OEM positiv in die Zukunft: Gemeinsam mit SNAM werde ein CKD-Montagewerk (Completely Knocked Down Assembly Plant) in Saudi-Arabien entstehen, das ab 2023 die Fertigung aufnehmen und eine Kapazität von jährlich 30.000 Einheiten erreichen soll. Mit der Umstellung auf Zweischichtbetrieb reagiere SsangYong außerdem voraussichtlich ab Juni auf die hohe Nachfrage und die mehr als 13.000 ausstehenden Aufträge.

„Eine solche Verbesserung der Geschäftsbedingungen erhöht den künftigen Unternehmenswert und zieht damit wettbewerbsfähigere Investoren an. Wir bemühen uns um eine Übernahme in kürzester Zeit, um nicht nur die Bedenken unserer Partner zu zerstreuen, sondern auch um eine solide Grundlage für das langfristige Wachstum des Unternehmens zu schaffen“, erklärt der vom Gericht eingesetzte Verwalter Young-won Jung.

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dpa