Ein Autohof hinter einer Wirtschaftsgrafik.

Trotz Halbleiterkrise feierten im Jahr 2021 einige Autohersteller neue Absatzrekorde.

Die zehn größten Autohersteller 2021 nach Absatz:

  1. Toyota Motor Corporation (10,5 Millionen Einheiten)
  2. Volkswagen AG (8,9 Millionen Einheiten)
  3. Renault-Nissan-Mitsubishi (7,6 Millionen Einheiten)
  4. Hyundai Motor Group (6,8 Millionen Einheiten)
  5. Stellantis (6,5 Millionen Einheiten)
  6. General Motors (6,3 Millionen Einheiten)
  7. Honda Motor Company (4,5 Millionen Einheiten)
  8. Ford Motor Company (3,9 Millionen Einheiten)
  9. Suzuki Motor Corporation (2,8 Millionen Einheiten)
  10. BMW Group (2,5 Millionen Einheiten)

Volkswagen leidet unter schlechter Versorgunglage

Der Volkswagen-Konzern verbuchte 2022 erneut einen Absatzrückgang – mit sieben Prozent fiel dieser noch stärker aus als im Vorjahr. Weltweit wurden 8,26 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert. Als Gründe werden Produktionsstopps und Lieferengpässe genannt. Die verbesserte Versorgungslage im zweiten Halbjahr konnte die Verluste der ersten Jahreshälfte nicht ausgleichen. Und auch der gesteigerte Absatz vollelektrischer Fahrzeuge um gut 26 Prozent auf 572.100 Einheiten hinterlässt einen faden Beigeschmack: Im Vorjahr wurde die Zahl noch verdoppelt.

Bei der Kernmarke VW zeichnet sich ein ähnliches Bild: Insgesamt 4,56 Millionen ausgelieferte Autos bedeuten einen Rückgang von knapp sieben Prozent im Vorjahresvergleich. Und auch der Zuwachs von über 23 Prozent im Segment der BEVs entspricht grob dem Konzernwert. 325.100 vollelektrische Fahrzeuge hatte Volkswagen Pkw im vergangenen Jahr an Kunden übergeben.

Deutschland wird für Audi zum Mustermarkt

Audi verfehlte die Absatzzahlen des Vorjahres nur um knappe vier Prozent. So konnten 2022 rund 1,61 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert werden. Neben einem stabilen Europa-Geschäft stach dabei vor allem der deutsche Markt heraus. Hierzulande konnte die Marke im Vorjahresvergleich um fast 19 Prozent zulegen. Zurückzuführen ist dies unter anderem auf das satte Plus von rund 88 Prozent bei vollelektrischen Autos. Weltweit wurde mit 118.000 E-Modelle immerhin noch die Hälfte dieses prozentualen Zuwachses erreicht.

Absatz von Skoda bricht weiter ein

Die schwierige Versorgungslage im Jahr 2022 hat bei Skoda erneut seine Spuren hinterlassen. Im Vergleich zum Vorjahr fiel der Absatzeinbruch mit knapp 17 Prozent sogar noch stärker aus. Lediglich 731.300 Fahrzeuge konnte der tschechische Hersteller ausliefern. Die Anzahl der verkauften Elektromodelle konnte dabei zwar gesteigert werden, im Vergleich zu den anderen Konzernmarken fiel das Wachstum mit gut neun Prozent jedoch erheblich geringer aus. Den einzigen Lichtblick bietet wie im Jahr 2021 der indische Markt: Die dortigen Verkaufszahlen wurden mehr als verdoppelt.

Cupra macht Jagd auf Seat

Die Seat S.A. konnte das Ergebnis aus dem Vorjahr nicht halten. Stand 2021 noch ein Zugewinn von über 10 Prozent zu Buche, sanken die Verkaufszahlen im Jahr 2022 um rund 18 Prozent auf 385.600 Einheiten. Besonders erschreckend: Die Schuld an diesem Rückgang trägt die eigentliche Kernmarke. Während die Performancemarke Cupra ihre Verkäufe – nach einem starken Vorjahr – auf 152.900 Einheiten verdoppelte, stürzten die Absatzzahlen bei Seat um 40 Prozent nach unten. Lediglich alarmierende 232.700 Einheiten wurden 2022 aufgrund von Engpässen an Kunden übergeben.

Porsche steckt Lieferengpässe gut weg

Der Rekordabsatz des Vorjahres wurde von Porsche übertroffen: Mit 309.000 Fahrzeugen konnten die Verkäufe im Jahr 2022 um weitere drei Prozent gesteigert werden. Der Höhenflug des vollelektrischen Taycan endete jedoch aufgrund von Lieferengpässen und eingeschränkter Teileverfügbarkeit. Beide trafen den Elektrosportwagen in besonderem Maße, so der Hersteller. Anstatt der Verdopplung des Vorjahres mussten die Stuttgarter deshalb einen Rückgang von 16 Prozent auf 34.800 Einheiten des Modells hinnehmen.

Lamborghini feiert erneut ein Rekordjahr

Auch Lamborghini darf 2022 wieder das erfolgreichste Jahr der Firmengeschichte verkünden. Mit über 9.200 Fahrzeugen konnte der Sportwagenhersteller seinen Absatz um weitere zehn Prozent erhöhen. Beachtlich seind dabei vor allem die homogenen und konsistenten Zuwächse in allen Makroregionen.

Bentley kann Verluste in China ausgleichen

Bentley ist die dritte Volkswagen-Tochter im Bunde, die ihre Bestwerte aus dem Vorjahr übertreffen konnte. 2022 lieferte der Luxushersteller knapp 15.200 seiner Fahrzeuge aus und knackte damit erstmals die Marke von 15.000. Obwohl der größte Absatzmarkt auf dem amerikanischen Kontinent keinen nennenswerten Zugewinn verzeichnete und der zweitgrößte in China sogar deutlich an Verkäufen einbüßte, konnte Bentley insgesamt um vier Prozent zulegen. Diese Steigerung im Vergleich zum Vorjahr geht unter anderem auf das starke Geschäft in Asien/Pazifik sowie Europa zurück.

Mercedes-Benz fokussiert sich auf Spitzenmodelle

Im Jahr 2022 spiegelte sich die Luxus-Strategie von Mercedes-Benz auch in den Absatzzahlen wider. Während aufgrund der Lieferkettenprobleme zehn Prozent weniger Einstiegsmodelle verkauft wurden, legten die Top-End-Fahrzeuge vor allem im letzten Quartal deutlich zu. Unter dem Strich lieferte Mercedes-Benz Cars rund 2,04 Millionen Einheiten aus und blieb damit nur ein Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Anzahl vollelektrischer Fahrzeuge wurde dabei – ohne Smart – um 124 Prozent auf 117.800 gesteigert.  

Für die mittlerweile in ein Joint Venture mit Geely ausgelagerte Marke Smart sowie die Performancemarke Mercedes-AMG wurden keine dedizierten Zahlen veröffentlicht. Indes brüstet sich aber Mercedes-Maybach mit einem neuen Bestwert: Im Gesamtjahr 2022 wurden 21.600 Einheiten an Kunden übergeben – 37 Prozent mehr als im Vorjahr. Treiber dieses Wachstums seien unter anderem Japan, Südkorea, der Mittlere Osten und China, so der Autobauer.

BMW kann Vorsprung auf Mercedes behaupten

Die BMW Group lieferte 2022 fast 2,4 Millionen Fahrzeuge seiner Marken aus. Im Vorjahresvergleich entspricht dies einem Rückgang von knapp fünf Prozent. Der rückläufige Absatz in der ersten Jahreshälfte konnte somit durch das starke vierte Quartal nicht kompensiert werden. Dafür hat der Konzern die Verkäufe von vollelektrischen mehr als verdoppelt – mit 215.000 BEVs.

Im Vorjahr feierte die Stammmarke BMW einen Rekordabsatz und übertraf damit die Konkurrenz von Mercedes-Benz. Im Jahr 2022 war der Vorsprung auf die Stuttgarter deutlich geringer, denn die Verkäufe gingen um fünf Prozent auf 2,1 Millionen Fahrzeuge zurück. Die Performance-Tochter BMW M konnte ihr Jubiläumsjahr hingegen mit einem neuen Bestwert von gut 177.000 Einheiten abschließen.  

Mini wird zunehmend zur Elektromarke

Die Absatzzahlen des Vorjahres bleiben für Mini unerreicht: Drei Prozent büßte die BMW-Tochter im Jahr 2022 ein, beinahe 293.000 Fahrzeuge wurden ausgeliefert. Inzwischen besteht dabei über 20 Prozent des Gesamtabsatzes aus Elektromodellen – inklusive Plug-in-Hybriden. Doch im Vergleich zum Vorjahr fallen die Zuwächse in diesem Segment nicht mehr allzu drastisch aus (14,3 Prozent).

Rolls-Royce führt Erfolgsgeschichte fort

Luxusmarken erleben im Jahr 2022 erneut Hochkonjunktur – so auch Rolls Royce. Die BMW-Tochter hat ihren Absatzrekord aus dem Vorjahr mit gut 6.000 verkauften Autos eingestellt. Letztlich waren es etwas weniger als acht Prozent, die der OEM damit gegenüber dem Vorjahr gutmachte.

Ferrari steigert Absatz und Gewinn

Ferrari hat im Jahr 2021 gut 11.000 Autos ausgeliefert und damit ein Absatzplus von 22,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr realisiert.

Stellantis ist in China kaum vertreten

Stellantis verkaufte im ersten Geschäftsjahr 2021 rund 6,5 Millionen Fahrzeuge. Der im Januar 2021 aus der Groupe PSA und Fiat Chrysler Automobiles (FCA) entstandene Konzern konnte damit den zusammengerechneten Vorjahreswert marginal übertreffen. Der Großteil der Verkäufe konzentrierte sich dabei auf das erweiterte Europa mit 3,1 Millionen sowie Nordamerika mit zwei Millionen und Südamerika mit 800.000 Einheiten. Die asiatischen Märkte wurden hingegen kaum bedient.

Verkaufszahlen für die einzelnen Konzernmarken sind äußerst schwer zu finden. Eine vollständige Auflistung, die den wenigen Herstellerangaben sowie den Zahlen von S&P Global Mobility entspricht, liefert einzig Fiat Group World: Demnach sind Jeep (1,28 Millionen), Fiat (1,26 Millionen) und Peugeot (1,18 Millionen) die drei Spitzenreiter unter den Stellantis-Marken. Dahinter folgen Citroen mit 760.000 sowie Ram mit 747.000 verkauften Fahrzeugen. Opel/Vauxhall schafft es mit 650.000 Autos lediglich auf den sechsten Platz. Unter den kleineren Marken fallen vor allem Dodge mit einem Absatz von 258.000 und Chrysler mit 122.000 ins Gewicht. Alfa Romeo (53.000), DS Automobiles (48.000) und Lancia (44.000) haben hingegen wesentlich kleinere Anteile. Den geringsten Absatz kann die Performance-Marke Abarth vorweisen: Mit 17.000 Autos liegt dieser sogar unter dem der Luxusmarke Maserati (23.000).

Toyota bleibt in Krisenzeit unerschütterlich

Die Toyota Motor Corporation hat 2022 fast 10,5 Millionen Fahrzeuge verkauft. Damit konnte der Vorjahreswert nahezu gehalten werden. Lediglich 0,1 Prozent büßte der japanische Hersteller im Zuge der Lieferengpässe ein. Den Löwenanteil leistete die Stammmarke Toyota, die über 8,9 Millionen Einheiten absetzte und damit rund ein Prozent zulegte. Der Rest des Konzernergebnisses entfällt auf die Marken Lexus und Daihatsu sowie den Nutzfahrzeughersteller Hino Motors.

Daihatsu kehrt zu alter Export-Stärke zurück

Auch im Jahr 2022 konnte Daihatsu sein Wachstum fortsetzen. Die Verkäufe kletterten um mehr als fünf Prozent auf 766.000 Einheiten. Obwohl der heimische Markt mit einem Anteil von drei Vierteln weiterhin die wichtigste Säule der Toyota-Tochter ist, sind für die Zuwächse im vergangenen Jahr die Exporte verantwortlich. Sie nahmen im Vorjahresvergleich um knapp 25 Prozent zu. Damit knüpft Daihatsu wieder an das Niveau der Vorkrisenjahre an.

Bei Lexus folgt auf den Höhenflug der Fall

Nach dem zweitstärksten Jahr der letzten Dekade, in dem der Vorkrisenwert von 2019 nur knapp verfehlt wurde, ging es für Lexus 2022 steil bergab. Mit gut 625.000 verkauften Fahrzeugen büßte die Premiummarke des Toyota-Konzerns fast 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ein. Der Japan-Absatz und die Exporte machten dabei eine gleichermaßen schlechte Figur. Einzig in Lateinamerika und Afrika konnten die Japaner zulegen.

China wird für Mazda zur Krisenregion

Bei Mazda wendet sich das Blatt: Während die exportabhängigen Japaner im Vorjahr ein leichtes Absatzplus aufgrund eines wachsenden Europa- und US-Geschäfts verbuchten, stand in diesen Regionen 2022 ein sattes Minus unter dem Strich. Stattdessen stabilisierte sich der zuvor kriselnde Heimatmarkt. Insgesamt lieferte der Autobauer rund 1,16 Millionen Fahrzeuge aus, was einem Rückgang von gut 13 Prozent entspricht. Die größte Pleite musste er wie 2021 in China hinnehmen, nur dass sie diesmal mit einem Rückgang von schockierenden 41 Prozent ins Kontor schlägt.  

Asiatischer Markt wird zum Anker für Honda

Honda lieferte im Jahr 2021 über 4,54 Millionen Autos aus und verfehlte das Vorjahresergebnis damit um 5,1 Prozent. Der japanische Hersteller verbuchte in allen Märkten außerhalb Asiens ein Absatzminus.

Suzuki legt bei Exporten zu

Zum ersten Mal seit drei Jahren verzeichnet Suzuki wieder ein Absatzwachstum. Der japanische Hersteller lieferte mit über 2,76 Millionen Einheiten rund 13 Prozent mehr aus als im Vorjahr. Die Verkäufe auf dem Heimatmarkt gingen jedoch das dritte Jahr in Folge zurück, sodass diese nur noch rund 22 Prozent des Gesamtabsatzes ausmachen.

Subaru kehrt nicht zu alter Form zurück

Die Talfahrt von Subaru geht weiter. Von den einstigen Top-Werten über einer Million sind die Japaner mittlerweile deutlich entfernt. Demnach wurden im Jahr 2022 rund 734.000 abgesetzt. Dies entspricht einem Minus von knapp 15 Prozent im Vorjahresvergleich.

Tesla trotzt seinen Kriktikern

2021 wurde von Tesla als „Jahr des Durchbruchs“ bezeichnet: Ein Jahr später hat sich der Autobauer auf dem Markt etabliert und seine Rekorde übertroffen. Über 1,31 Millionen Fahrzeuge konnte das US-Unternehmen 2022 ausliefern. Mit einem Wachstum von 40 Prozent wurde der prozentuale Zugewinn des Vorjahres zwar nur zur Hälfte realisiert, dennoch geht der Höhenflug vorerst weiter – trotz des eingebrochenen Börsenkurses sowie anhaltender Kritik um Qualitätsmängel, Autopilot oder Elon Musk.

US-Markt bleibt wichtigstes Standbein für Ford

Ford konnte die Vier-Millionen-Marke im Jahr 2021 nicht knacken. Im Vergleich zum Vorjahr ging der Absatz um sechs Prozent auf rund 3,94 Millionen verkaufte Fahrzeuge zurück. Über die Hälfte entfällt dabei auf Nordamerika, während der Rest des Kontinents nach Einbußen in Höhe von 56 Prozent zur Marginalität verkommt. In diesem Sinne teilen Europa, China sowie die anderen internationalen Märkte (IMG) nahezu den gesamten restlichen Absatz unter sich auf.

China und USA halten sich bei GM die Waagschale

Auch im Jahr 2021 setzte sich der Negativtrend bei General Motors fort. Der US-Hersteller lieferte rund 6,29 Millionen Fahrzeuge aus und büßte damit im Vorjahresvergleich knapp acht Prozent ein. Beinahe die Hälfte der Verkäufe erzielten die chinesischen Joint Ventures SAIC General Motors und SAIC GM Wuling, rund 2,57 Millionen Einheiten entfielen auf den US-Heimatmarkt.

Eine Aufschlüsselung nach Marken ermöglichen die von S&P Global Mobility zusammengetragenen Zulassungszahlen. Demnach gliedert sich das GM-Geschäft neben Wuling in vier größere Posten: Chevrolet führt die Liste mit knapp 2,5 Millionen Fahrzeugen an. Es folgen Buick mit gut einer Million, GMC mit rund 595.000 sowie Cadillac mit rund 386.500 Einheiten.

Tata Motors knackt die Millionenmarke

Die indische Tata Motors Group verkaufte im Jahr 2021 zusammengerechnet knapp 1,1 Millionen Fahrzeuge. Rund 39 Prozent des Absatzes entfällt dabei auf das Tochterunternehmen Jaguar Land Rover.

Land Rover gleicht Verluste von Jaguar aus

Jaguar Land Rover lieferte 2021 knapp 420.900 Fahrzeuge und damit 1,2 Prozent weniger als im Vorjahr aus. Mehr als 86.200 Einheiten verkaufte davon die Marke Jaguar, die ein Minus von 15,8 Prozent verbuchte. Die Marke Land Rover konnte somit 334.600 Autos absetzen – ein Plus von 3,4 Prozent im Vorjahresvergleich.

Geely übertrifft erneut die Zwei-Millionen-Marke

Die Automarken der Zhejiang Geely Holding Group konnten 2021 mehr als 2,2 Millionen Fahrzeuge ausliefern und damit im Vorjahresvergleich ein Absatzplus von fünf Prozent verbuchen. Der chinesische Konzern knackt die Marke von zwei Millionen damit nicht nur das vierte Jahr in Folge, sondern erzielt auch einen Absatzrekord.

Mit gut 1,32 Millionen Einheiten entfällt über die Hälfte des Konzernabsatzes auf den Unternehmensteil Geely Auto, der gegenüber 2020 um rund ein Prozent zulegte. Er umfasst neben Geely auch Lynk & Co, das seinen Absatz um 26 Prozent auf rund 220.500 Autos steigerte, sowie die kaum ins Gewicht fallenden Elektromarken Geometry und Zeekr.

Der Großteil des restlichen Konzernabsatzes kommt mit über 727.000 Einheiten dem schwedischen Autohersteller Volvo sowie dessen Joint Venture Polestar zu. Marken wie etwa das malaysische Proton oder britische Lotus verkommen hingegen zur Nebensache.

Volvo profitiert von Elektromobilität

Im Jahr 2021 lieferte Volvo Cars knapp 698.700 Fahrzeuge aus und steigerte den Absatz damit um 5,6 Prozent im Vorjahresvergleich. Der schwedische Autohersteller profitierte dabei stark von der Nachfrage nach Elektro- und Hybridfahrzeugen. Sie machten über ein Viertel der Verkäufe aus.

Polestar legt beim Absatz deutlich zu

Die Elektroautos von Polestar wurden im vergangenen Jahr 29.000 Mal ausgeliefert. Dies entspricht einem Wachstum von 185 Prozent gegenüber 2020. Das Joint Venture von Volvo und Geely hatte seine globale Präsenz von zehn auf 19 Märkte erhöht.

Dongfeng verzeichnet erneut leichte Verluste

Im Jahr 2022 lieferte die Dongfeng Motor Group gut 2,15 Millionen Pkw aus. Im vergangenen Jahr stand also ein erneuter Absatzrückgang zu Buche – um mehr als vier Prozent. Zudem ist aus den Zahlen des Herstellers nicht eindeutig ersichtlich, inwieweit die Verkäufe von Joint Ventures hinzuzählen.

SAIC bleibt Chinas größter Autobauer

SAIC Motor lieferte 2022 über 5,3 Millionen Fahrzeuge aus – ein Rückgang von rund drei Prozent im Vorjahresvergleich. Damit bleibt SAIC laut eigenen Angaben zum siebzehnten Jahr in Folge der absatzstärkste chinesische Autohersteller. Ebenso handle es sich um das erste Unternehmen aus dem Reich der Mitte, das über eine Million New Energy Vehicles verkauft sowie ein ebenso großes Exportvolumen erreicht hat.

Der Anteil der eigenen Marken am Gesamtabsatz erreichte dabei wie im Vorjahr – als dies noch ein Novum darstellte – über 50 Prozent. 2,78 Millionen Einheiten würden auf eigene Marken entfallen, so SAIC. Maxus übergab demnach 214.000 Autos an seine Kunden, ein Minus von acht Prozent im Vorjahresvergleich. Zu MG und Roewe liegen bislang keine detaillierten Zahlen vor. Die Zuordnung der konstanten 1,6 Millionen Fahrzeuge von SAIC GM Wuling gestaltet sich hingegen schwierig. Bereits im Vorjahr hatten sich die Angaben mit denen des US-Herstellers überschnitten. Eindeutig fremdproduziert wurde indes für die Kooperationspartner Volkswagen (1,32 Millionen Einheiten) und General Motors (1,17 Millionen Einheiten).

Changan besticht durch großes Volumen

Mit mehr als 2,3 Millionen Fahrzeugen ist die Changan Group auch im Jahr 2021 ein großer Player. Der chinesische Autobauer konnte seinen Absatz um 14,8 Prozent steigern. Bei der gleichnamigen Marke steht mit über 1,75 Millionen Einheiten ein noch größeres Plus zu Buche: Das Vorjahr wurde um 16,7 Prozent übertroffen.

Great Wall Motor kann 2021 mit sattem Plus glänzen

Auch Great Wall Motor konnte im Jahr 2021 ein Plus verbuchen: Der Absatz legte im Vergleich zum Vorjahr um 15,2 Prozent auf 1,28 Millionen Fahrzeuge zu. Damit konnte nach eigenen Angaben das sechste Jahr in Folge die Millionenmarke geknackt sowie ein neuer Bestwert erreicht werden. Sogenannte New Energy Vehicles machten dabei über zehn Prozent des Absatzes aus – 137.000 Fahrzeuge. Zudem konnte der Export mit 143.000 Einheiten mehr als verdoppelt werden.

Den größten Anteil am Absatz von GWM hatten die Marken Havel, die 770.000 Fahrzeuge auslieferte, sowie GWM Pickup, die 233.000 Einheiten an Kunden übergab. Ora verbuchte zwar einen Zuwachs von 140 Prozent im Vorjahresvergleich, spielt mit 135.000 Autos jedoch eine untergeordnete Rolle. Am unteren Ende der Absatzliste sind dann Tank mit 85.000 sowie die Luxus-SUVs von Wey zu finden.

FAW steht noch im Schatten der Konkurrenz

Die China FAW Group ist als Joint Venture-Partner von Volkswagen in aller Munde. Insgesamt 3,5 Millionen Fahrzeuge hat sie im Jahr 2021 ausgeliefert.

Der Anteil der eigenen Marken bleibt dabei jedoch gering: Die Zahlen von S&P Global Mobility weisen rund 544.000 Neuzulassungen nach, was einem Vorjahresplus von über 23 Prozent entspricht. Der Hersteller führt – abzüglich der Jiefang-Trucks – einen Zuwachs von über 50 Prozent für die Marke Hongqi an, die demnach mehr als 300.000 Fahrzeuge absetzte.

Elektrofahrzeuge werden zum Standbein für GAC

Die Guangzhou Automobile Group hat das Geschäft im Jahr 2021 ebenfalls ausgebaut. So wurden mit 2,14 Millionen Fahrzeugen im Vergleich zum Vorjahr knapp fünf Prozent mehr abgesetzt.

Auf die eigene Marke GAC entfallen davon nur 320.000 Einheiten, wenngleich dies einer Steigerung von 10,3 Prozent gleichkommt. Beachtlich ist dabei der Anteil an New Energy Vehicles: GAC Motor verkündete einen Zuwachs von 86,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – auf über 140.000 NEVs.

BAIC kann seinen Vorjahreswert halten

BAIC erlangte in Europa vornehmlich durch das Daimler-Investment größere Bekanntheit. Im Jahr 2021 kam der Hersteller zwar auf einen Absatz von rund einer Million Autos, der Großteil wurde jedoch für Mercedes-Benz und Hyundai produziert. Auf die eigene Beijing Brand entfallen - nach einem Rückgang von knapp 13 Prozent im Verlgeich zum Vorjahr - nur noch 72.500 Fahrzeuge. Im Jahr 2017 war der Volumen der Marke noch um mehr als Dreifache größer. Seither ist ein kontinuierlicher Rückgang zu verzeichnen.

Ssangyong verharrt im Tal der Tränen

Der Absatz von Ssangyong fiel 2021 auf knapp 84.500 Autos. Damit musste der südkoreanische OEM im Vorjahresvergleich ein Minus von 21 Prozent hinnehmen. Die gescheiterte Übernahme durch Edison Motors dürfte indes auch 2022 zum Krisenjahr verkommen lassen..

Hyundai macht Reibach trotzt verfehlter Ziele

Hyundai und seine Tochtergesellschaft Kia haben es 2021 nicht geschafft, die anvisierte Absatzmarke von sieben Millionen Autos zu übertreffen. Trotzdem blickt der südkoreanische Autohersteller auf ein erfolgreiches Jahr zurück: Mit 3,89 Millionen verkauften Einheiten konnten alleine Hyundai und seine Nobelmarke Genesis im Vorjahresvergleich um 3,9 Prozent zulegen. Auf Genesis entfallen laut S&P Global Mobility über 200.000 Neuzulassungen.

Kia verzeichnet größere Zuwächse als Hyundai

Kia schneidet im Vergleich zur Konzernmutter Hyundai noch besser ab. Im Jahr 2021 wurden 2,78 Millionen Autos verkauft – eine Steigerung von 6,5 Prozent im Vorjahresvergleich.

Fehlendes Russland-Geschäft nagt an Renault

Der Absatz der Renault Group sank 2022 um 24 Prozent auf gut zwei Millionen Fahrzeuge. Nach Abzug der leichten Nutzfahrzeuge verbleiben davon knapp 1,72 Millionen Pkw. Grund für den satten Rückgang im Vorjahresvergleich ist der kriegsbedingte Verkauf von Renault Russia und Lada. Ohne das Russlandgeschäft des Vorjahres würde lediglich ein Minus von knapp sechs Prozent zu Buche stehen.

Der größte Teil des Absatzes entfällt auch 2022 auf die Kernmarke Renault: Sie konnte mehr als 1,41 Millionen Fahrzeuge absetzen – davon 1,09 Millionen Pkw. Ohne die Vorjahreszahlen von Renault Russia entspräche dies bei Pkw und leichten Nutzfahrzeugen einem Rückgang von unter zehn Prozent, mit dem abgestoßenen Geschäftsteil schnellt das Minus auf über 16 Prozent.

Absatz von Dacia legt auch 2022 zu

Dacia konnte den prozentuale Absatzzuwachs aus dem Vorjahr sogar übertreffen. Die rumänische Renault-Tochter steigerte die Verkaufszahlen um knapp sieben Prozent auf rund 574.000 Fahrzeuge – davon fast alles Pkw.

Exportschwäche schmälert Nissan-Verkäufe

Im Jahr 2021 konnte Nissan die Absatzmarke von vier Millionen erneut knapp überschreiten. Ein Jahr später erscheint dies wie aus einer anderen Zeit: Mehr als 20 Prozent haben die Japaner seither eingebüßt. Lediglich gut 3,2 Millionen Fahrzeuge wurden in Kundenhand übergeben. Verantwortlich dafür sind vor allem die desaströsen Exportzahlen. Über 23 Prozent weniger Autos konnte der Hersteller außerhalb des heimischen Marktes absetzen.

Mitsubishi entfernt sich von der Millionenmarke

Im Vorjahr konnte sich Mitsubishi zumindest an den Millionenwert der Vorkrisenjahre annähern, 2022 erfährt diese Entwicklung einen Dämpfer. So stand mit 908.000 verkauften Fahrzeugen ein Rückgang von drei Prozent zu Buche.

Lada geht ohne Renault auf Talfahrt

Der Krieg in der Ukraine sorgte für dramatische Veränderungen bei Lada. Die Renault Group "verschenkte" ihre Mehrheitsbeteiligung an den russischen Hersteller Avtovaz. Bis Juni standen die Bänder still, über 200 Komponenten und Materialien mussten aufgrund der Sanktionen ersetzt werden. Der Absatz im Jahr 2022 brach im Zuge dessen drastisch ein – um über die Hälfte auf knapp 189.000 Fahrzeuge. Gleichzeitig erhöhte sich der Marktanteil in Russland von 20 auf 28 Prozent. Ursächlich dafür ist allerdings nicht ein neuartiger Fokus auf den heimische Gefilde, sondern der allgemeine Zustand des russischen Markts: Die Exporte von Lada waren bereits im Vorjahr kaum der Rede wert und fielen nun in gleichem Maße um 50 Prozent auf 17.200 Einheiten.

Nio expandiert in neue Märkte

Ende des vergangenen Jahres expandierte Nio auf die europäischen Märkte – unter anderem Deutschland. Auch wenn sich dies noch nicht in den Absatzzahlen widerspiegelt und der Akkuwechsel hierzulande bislang eine Vision bleibt, markiert 2022 durchaus einen Meilenstein. Der chinesische Hersteller von Elektroautos verkaufte weltweit rund 122.500 Einheiten und übertraf das Vorjahr um rund 34 Prozent. Damit entfällt mittlerweile fast die Hälfte aller Auslieferungen des jungen Unternehmens in das Jahr 2022.

Lucid beginnt mit Serienproduktion

Das Krisenjahr 2022 hat die Erwartungen bei Lucid etwas gedämpft: Trotzdem konnte der Newcomer seinen Produktionshochlauf bewältigen und knapp 4.400 seiner Elektroautos an Kunden übergeben. Im Vorjahr befand sich diese Zahl noch im niedrigen dreistelligen Bereich.

Zur Methodik:

Das Logo von S&P Global Mobility (ehemals IHS Markit).

Die Absatzahlen basieren auf den Angaben des jeweiligen Autoherstellers und unterliegen demnach gewissen Unterschieden bei der Zählweise. Fehlende Zahlen sowie genauere Aufschlüsselungen wurden in freundlicher Mitwirkung von den Marktanalysten S&P Global Mobility (ehemals IHS Markit) begeisteuert.

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