Hans Pehrson

Polestar-Projektleiter Pehrson: "Ein echter Wandel hin zu nachhaltiger Mobilität – unterstützt durch Taten und nicht nur durch Worte – ist nötig und erforderlich." (Bild: Polestar)

Die Versorgungslage mit Rohstoffen und Halbleitern ist derzeit angespannt. Was erwartet Polestar von neuen Kooperationen auf der ganzen Welt?

Wie in allen Branchen kann sich die Versorgungslage angesichts der globalen Verflechtungen der Lieferkettennetze ändern. Natürlich werden wir die Entwicklungen beobachten, aber das wird uns nicht von unserer Mission ablenken, bis 2030 ein wirklich klimaneutrales Auto zu entwickeln. Wir sind entschlossen, unsere Vision in die Realität umzusetzen, indem wir mit verschiedenen Partnern, Branchenführern und Innovatoren zusammenarbeiten. Derzeit arbeiten wir mit Partnern in verschiedenen Entwicklungsbereichen über entscheidende Produktionselemente hinweg zusammen.

Können Sie uns verraten, mit wem Sie kooperieren?

Ende Februar haben wir fünf neue Partner bekannt gegeben und eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit unterzeichnet. Dazu gehören die Zulieferer Autoliv und ZF, Aluminiumspezialist Hydro, Stahl- und Metallproduzent SSAB und ZKW, ein Beleuchtungs- und Elektronikunternehmen.

Wo legen Sie die Messlatte bei der Auswahl der Partner an?

In dieser Forschungsphase des Projekts erwarten wir von unseren Partnern, dass sie unsere Sicht auf eine klimaneutrale Zukunft teilen und bereit sind, mit der Forschung zur CO2e-Eliminierung zu beginnen. Wir heißen weiterhin alle Unternehmen willkommen, die unsere Vision einer klimaneutralen Zukunft für die Automobilindustrie teilen und bereit sind, mit der Forschung darüber zu beginnen, wie wir diese Vision verwirklichen können. Unser offener Aufruf zur Zusammenarbeit läuft vom 23. Februar bis zum 23. März und richtet sich an alle – Zulieferer, Unternehmer, Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen, Innovatoren, Investoren und Universitäten, die über die richtigen Kenntnisse, Fähigkeiten oder Einsichten verfügen.

Was sind die größten Herausforderungen bei der Entwicklung eines komplett klimaneutralen Fahrzeugs?

Heute gibt es im Grunde keine Lösungen, um Alltagsprodukte ohne CO2e-Emissionen herzustellen. Als Gesellschaft haben wir uns daran gewöhnt und akzeptiert, dass die Produkte, Dienstleistungen und Funktionen, die wir täglich nutzen, mit einem Treibhausgasausstoß verbunden sind. Ein modernes Fahrzeug ist äußerst komplex. Es besteht aus etwa 30.000 Komponenten und ist von einer Vielzahl von Zulieferern und Subunternehmern abhängig. Die vollständige Klimaneutralität in der gesamten Wertschöpfungskette zu erreichen – von der Rohstoffgewinnung bis zum fertigen Fahrzeug, einschließlich aller damit verbundenen Transporte, der benötigten Energie oder der mit jedem Schritt verbundenen direkten Emissionen – ist eine beispiellose Herausforderung. Aber es gibt keine Komponente in einem Auto, die nicht in den Blick genommen wird. Null ist Null. Trotz dieser Herausforderung glauben wir, dass ein echter Wandel hin zu nachhaltiger Mobilität – unterstützt durch Taten und nicht nur durch Worte – nötig und erforderlich ist. Danach richten wir uns beim Polestar-0-Projekt.

Zur Person:

hans pehrson

Hans Pehrson hat mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Automobilindustrie und war zuvor Technischer Direktor des Volvo C30 Electricund Manager von Volvo Cars Electric Propulsion System Engineering. Außerdem unterstützte er die London EV Company bei ihrem All New TX – The Electric Taxi. Er begann bei Polestar 2018 als Leiter der Forschung und Entwicklung, bevor er 2021 die Rolle des Polestar-0-Projektleiters übernahm. Im Rahmen dieser Aufgabe will er den gesamten CO2-Fußabdruck eliminieren, der derzeit bei der Herstellung eines komplexen Produkts wie eines Autos anfällt. Pehrson lebt und arbeitet in der Unternehmenszentrale von Polestar in Göteborg.

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