AUTOMOBIL PRODUKTION: Bedeutet diese Stärke, dass Sie der Konzernschwester Seat mehr unter die Arme greifen müssen?
Ich habe nicht den Eindruck, dass unsere Kollegen in Matorell Hilfe benötigen. Grundsätzlich gilt in einem Mehrmarkenunternehmen, dass jede Marke die Dinge selbst in die Hände nimmt. Dabei setzen wir natürlich alle Synergien um, die der Konzern möglich macht.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Synergien sind trotzdem gewünscht…
Das ist ja das Wesen des VW-Konzerns und auch der ganz große Vorteil, den wir haben. Der Verbund bietet uns Möglichkeiten, die wir ausschöpfen können und sollten. Das ist eine Voraussetzung auch für unseren Erfolg.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Es kommt doch auch noch ein SUV von Skoda in Golf-Größe. Wann ist es soweit?
Wir haben heute sechs Modellreihen und bereiten gerade den Markt für die siebte Modellreihe, den Kodiaq, vor. Damit haben wir die jüngste Modellpalette, die Skoda jemals hatte. Es gibt immer viele  Produktideen, die wir auf den Prüfstand stellen. Bevor wir jetzt unsere Modellpalette erweitern, fokusieren wir uns jedoch auf die Bearbeitung der zentralen technologischen Aufgaben, die unmittelbar vor uns liegen.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Einzig der Stadtfloh „Citigo“ ist keine Erfolgsgeschichte. Er bekommt demnächst ein größeres Facelift – aber danach wohl eher den Todesstoß, oder?
Das sehe ich nicht so, ganz im Gegenteil. Wir haben mit dem Citigo eine sehr beachtliche Fangemeinde erreicht. Und ich bin gerade erst mit einem Prototypen der zukünftigen Generation gefahren. Wir werden dort noch einmal einen kräftigen Schritt machen. Auch was das Thema Design anbelangt. Wir setzen auf den Citigo als Einstiegsmodell in unsere Marke.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Der kommt auch als E-Variante?
Das ist eine unserer Überlegungen. Eine Entscheidung ist aber noch nicht gefallen.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Wird das vom Erfolg des VW E-Up abhängen?
Das hängt von unseren Entscheidungen ab. Wir werden nicht alles gleichzeitig machen können.  Dennoch: der Citigo ist in unseren Überlegungen ein Bestandteil von mehreren in unserer Elektrifizierungsstrategie.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Sie wollen sich auch der „Organisation 4.0“ verschreiben. Was bedeutet das konkret?
Unter Organisation 4.0 verstehen wir die Nutzung der digitalen Technologien in allen Prozessen im gesamten Unternehmen.  Das betrifft auch die Produktion, den Vertrieb oder die Administration. Die Digitalisierung durchzieht alle Bereiche unseres Lebens. Und das mit einer Dynamik und Wucht, die wir bisher so noch nicht gesehen haben. Deswegen haben wir seit Juli bei Skoda einen Chief Digital Officer, der das Thema Digitalisierung unternehmensweit steuert.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Damit wird das Unternehmen transparenter und auch der Kontakt zum Kunden …
Transparenz bleibt aus meiner Sicht eine der wesentlichen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Unternehmensführung.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Sie krempeln das ganze Unternehmen in den nächsten zehn Jahren um?
Wir prüfen sorgfältig, an welchen Stellen wir moderne Technologien sinnvoll einsetzen können. Das Unternehmen müssen wir dabei nicht komplett umkrempeln, weil Skoda schon heute sehr gut aufgestellt ist. Das Digital Lab, das wir gerade in Prag einrichten, nutzt die besonders unkomplizierte und schnelle Arbeits- und Entscheidungsmentalität eines Start-up-Unternehmens. Davon lernen wir auch im Großen. Wir wollen neue, agile Kooperationsmodelle in das Unternehmen Stück für Stück integrieren.

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