AUTOMOBIL PRODUKTION: Glauben Sie, dass Sie beim Direktvertrieb cleverer sein können als die anderen Konzernmarken?
Wir alle liefern in unseren Marken gute Arbeit ab. Skoda steht seit jeher für Nahbarkeit, für direkten Kontakt zum Kunden. Das praktizieren wir nicht nur in unseren physischen Kanälen, sondern auch in den digitalen Kanälen. Das schätzen unsere Kunden heute und das wird so bleiben.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Ist Ihren Kunden das Thema Elektrifizierung wichtig? Oder eher das Thema Connectivity?
Hier spielen Zeitgeist, Angebot und Kosten eine große Rolle. Wir werden bei Skoda nicht alles, was technisch möglich ist, unmittelbar in unseren Fahrzeugen einsetzen. Wir werden sehr genau überlegen, was ist wirklich zum Nutzen unserer Kunden, wofür sind die Kunden bereit, tatsächlich auch Geld auszugeben. Und dazu zählt die Elektrifizierung des Antriebsstrangs ebenso wie das Thema Konnektivität. An beiden Themen arbeiten wir intensiv.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Sie fertigen in Tschechien auch Getriebe und Motoren. Bis Ende des Jahres will VW Komponente auch seine Strategie überarbeiten. Betrifft Sie das?
Wir sind ein Bestandteil des weltweiten Komponenten-Fertigungsverbundes. Wir haben im letzten Jahr über eine Million Getriebe und 600.000 Motoren hier gebaut und davon einen großen Teil an Konzerngesellschaften geliefert. Wir sind also ein fester Teil des Produktionsverbunds und ich gehe davon aus, dass das Bestand hat.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Würde es Ihre Profitabilität beeinflussen, wenn sich Veränderungen ergeben?
Ich sehe keinen Grund darüber zu spekulieren. Die Komponentenfertigung ist heute ein rentabler Bestandteil von unserem Geschäft und soll es bleiben.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Ein ganz wichtiger Markt für Skoda ist Indien, obwohl Sie dort nur 40.000 Fahrzeuge pro Jahr absetzen. Warum?
Wir haben in Indien spezifische Marktverhältnisse. Knapp die Hälfte aller in Indien abgesetzten Fahrzeuge hat einen Verkaufspreis von unter 10.000 Euro. In diesem Segment sind wir schlicht und ergreifend nicht vertreten. In dem für uns relevanten Markt sind wir mit unseren Marktanteilen zurzeit nicht zufrieden. Daran arbeiten wir. Der indische Automobilmarkt hat Potential. Mit zwei Produktionsstandorten in Mumbai und Aurangabad haben wir hervorragende Möglichkeiten, diese Chancen zu nutzen. Gerade eben haben wir den neuen Superb in Indien eingeführt.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Wird Indien auch die beiden China-SUVs bekommen?
Das ist momentan nicht geplant. Die Fahrzeuge, die wir in China bauen, werden von dort nicht exportiert.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Es gab auch schon ein Mal einen Skoda Pickup. Ist das eine mögliche Lücke in Ihrer SUV-Offensive?
Wenn Sie in die Historie unserer Marke blicken, entdecken Sie Modelle aus nahezu allen gängigen Segmenten. Bis auf einen Supersportwagen ist fast alles vertreten. Was es schon einmal gab, kann daher für uns nicht die alleinige Maßgabe für zukünftige Modellentscheidungen sein. Wir blicken nach vorne. Da ist zum Beispiel die Frage interessant, wie sich die Automatisierung auf die Nutzung des Autos auswirkt. Gibt es etwa einen anderen Platzbedarf, wenn man sich während des Fahrens mit anderen Dingen beschäftigen kann. Die Antworten dafür werden unser Produktionsprogramm von morgen deutlich mehr beeinflussen.  

 

Vita von Skoda-Chef Bernhard Maier

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