Heck eines Smarts mit Logo

Smart will mithilfe von Geely und einem neuen Modellportfolio wieder durchstarten. (Bild: Smart)

Die Trendmarken Smart und Mini nehmen nunmehr einen erneuten Anlauf – jeweils mit tatkräftiger Unterstützung aus China. Während die neue Smart-Generation seit drei Jahren zusammen mit Geely entwickelt wird, arbeitet Mini mit Great Wall zusammen. Dabei lassen die neuen Mini-Modelle noch etwas auf sich warten. Vor Ende 2023 oder Anfang 2025 werden die neuen Fahrzeuge kaum zum Kunden rollen. Anders als bei Smart, deren Führungsspitze sich hälftig aus Mercedes- und Geely-Verantwortlichen zusammensetzt, hat bei Spotlight, so der Name der Kooperationsgemeinschaft aus Mini und Great Wall, allein Mini und deren Mutter BMW den Hut auf.

„Great Wall fungiert als Entwicklungs- und Produktionspartner“, so der mittlerweile ausgeschiedene Mini-CEO Bernd Körber, „es wird auch weiterhin eine Fertigung am Stammsitz in Oxford geben.“ Neben der Fertigung in Großbritannien sollen ab 2023 zunächst zwei Modelle jedoch in China gefertigt und von dort aus weltweit exportiert werden.

Mini: ähnliche Optik – andere Plattform

So ähnlich sich die beiden Versionen des Mini Hatch auch sehen – technisch gibt es weit größere Unterschiede als nur den Motor unter der vorderen Haube. Denn während die konventionellen Versionen auf einer flexiblen BMW-Architektur basieren, sind Teile der Batteriemodule mit dem internen Code J1 das Resultat der Zusammenarbeit mit Great Wall. Allerdings soll es nicht so sein wie beim Smart #1, bei dem einer etablierten Geely-Plattform ein schmucker Smart-Hut übergestülpt wird. Vielmehr agiert der chinesische Kooperationspartner Great Wall einst wie Magna Steyr bei BMW-Modellen wie dem X3 oder einem Z4 als Zulieferer, bei dem Komponenten des Antriebsstrangs wie die Batterie samt Elektromotor eingekauft werden.

Neben dem Dreitürer wird es einen fünftürigen Crossover geben, dessen Format an die erste Countryman-Generation erinnert, dazu kommt noch ein größerer Mini SUV (circa 4,50 Meter lang) mit Elektroantrieb. Vom Kernmodell Mini Hatch sind zunächst die beiden Varianten Cooper E (135 kW / 184 PS / 40-kWh-Akku) und Cooper SE (165 kW / 224 PS / 50 kWh) in Planung, die 300 beziehungsweise 400 Kilometer bis zum nächsten Ladestop fahren können. Das Design ist typisch Mini ­– die Überhänge sind im Vergleich zum aktuellen Modell um drei Zentimeter geschrumpft, die Spur wuchs um vier und der Radstand um drei Zentimeter.

Mini kommt elektrisch und als Verbrenner

Doch nicht nur beim Design bleibt sich der Mini treu. „Wir wollen auf keinen Fall ein Untersteuern“, erklärt Mini-Fahrwerksentwickler Klaus Bramer, „wir werden uns keinesfalls verschlechtern.“ Der größere Radstand macht nicht nur das Fahrverhalten stabiler und beherrschbarer, sondern verschafft den Fahrgästen mehr Platz. Überhaupt wird sich im Innenraum einiges tun und einige Details von der Konzeptstudie des Mini Urbanaut werden es in die Serie schaffen.

Keine Chance bekommt dagegen der seit fast zwei Jahrzehnten diskutierte Mikro-Mini, der mit der Studie des Rocketman viel Aufmerksamkeit bekam, sowie weitere Mini-Derivate, die keine großen Volumina versprechen. Die neuen Modelle werden in Oxford sowie am neuen Spotlight-Standort in China gefertigt. Aus China sollen die Elektroversionen kommen, aus England die Verbrenner. Auch wenn Mini elektrisch wird – bis zum Ende des Jahrzehnts soll es weiterhin Modelle mit Verbrennungsmotor geben, wo Kunden und Regionen dies erfordern.

Mini cooper se im Winter
Designtechnisch lehnt sich Mini bei den elektrischen Derivaten des Cooper nicht so weit aus dem Fenster. (Bild: BMW)

Mittelfristig wird es jedoch kaum bei den drei neuen Mini-Modellen bleiben. Eine offene Version des Hatch erscheint durch die anhaltend hohen Verkaufsanteile ebenso gesetzt wie mindestens ein weiteres Modell. Dies könnte, wie ebenfalls seit mehr als zehn Jahren in Planung, ein Van oder kleiner Bus sein, der die urbane Mobilität unter dem Mini-Logo auf eine neue Ebene bringt.

Bei Smart macht ein SUV den Anfang

Während die Mini-Fans noch fast zwei Jahre auf die neue Generation warten müssen, steht der Markenneustart bei Smart Automobile Co. Ltd. bereits Mitte April unmittelbar bevor. Ohnehin werden im ehemaligen Smart-Werk in Hambach, wo nach Defender-Vorbild mittlerweile der Neugeländewagen Ineos Grenadier entsteht, in Auftragsarbeit noch die aktuellen Smart Fortwo EQ – offen wie geschlossen – produziert.

Für den Aufbruch in eine neue Zeit steht jedoch der neue Smart #1, ein elektrischer Crossover, von dem eine seriennahe Studie auf der IAA im vergangenen Herbst zu sehen war. Die Idee eines Smart-SUV lag seit fast zwanzig Jahren in den Schubladen der ehemaligen Daimler-Verantwortlichen. Doch Realität wurde der Smart For All bisher nie. Rund 4,20 Meter lang entstand das Design des Smart #1 im Mercedes-Designcenter Sindelfingen.

Smart SUV im Windkanal
Das elektrische Crossover-SUV Smart #1 entsteht unter Federführung von Geely. (Bild: Smart)

Geelys Einfluss erweitert Modellpalette

Plattform, Antriebs- und Akkutechnik steuert dagegen der chinesische Großaktionär und Kooperationspartner Geely bei, bei dem die kommenden Smart-Modelle auch gefertigt werden. Stand Smart bisher trotz des Renault-Twingo-Zwillings Forfour in erster Linie für einen kleinen Doppelsitzer, soll es durch die Geely-Plattformen und den China-Fokus ein breites Modellportfolio mit mehreren unterschiedlichen Modellen geben. Ein Kleinstwagen ist nicht geplant – stattdessen soll es mehrere kompakte Modelle geben – natürlich alles rein elektrisch.

„Dank der nahtlosen Zusammenarbeit zwischen Smart und dem Mercedes-Benz Designteam ist der Smart #1 ein Meisterwerk der Technik“, sagt Smart-Chefentwickler Yang Jun, „die Testergebnisse vor der Markteinführung belegen zudem die hervorragende Qualität, Performance und Zuverlässigkeit des Smart #1.“ Sein charakteristisches Merkmal die Tridion-Sicherheitszelle hat der Smart-Neuling jedoch verloren. Dafür glänzt er mit viel Platz auf wenig Raum und einem exzellenten cW-Wert von 0,29. Innen bietet der China-Schwabe ausreichend Platz für vier Personen, einen zentralen Touchscreen und eine Reduzierung auf das Wesentliche.

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