Porsche Fertigung

Volkswagens Pläne, Porsche an die Börse zu bringen, sind allem Anschein nach schon weit fortgeschritten. (Bild: Porsche)

Auf der Suche nach zusätzlichen Milliarden für den Ausbau der Elektromobilität nimmt der VW-Konzern jetzt einen Börsengang seiner Renditeperle Porsche konkret in den Blick. Seit Jahren liefert die Sport- und Geländewagenmarke aus Stuttgart einen großen Beitrag zum Gewinn der größten Autogruppe Europas. Ob Anteile der Porsche AG für den öffentlichen Handel am Finanzmarkt freigegeben werden, hatten Eigentümer und Management bisher unklar gelassen.

Die Volkswagen AG und die Porsche Holding SE (PSE) teilten am Dienstag nun mit, es liefen "fortgeschrittene Gespräche" über einen möglichen Börsengang der Porsche AG. VW und die Porsche SE hätten eine Eckpunktevereinbarung dazu verhandelt - als Basis für weitere Schritte. Eine endgültige Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. Volkswagen-Vorstandschef Herbert Diess soll schon länger mehrere Optionen sondieren, um Extra-Kapital für Investitionen in die Kasse zu bekommen. Bereits heute ist eine hohe zweistellige Milliardensumme für die nächsten fünf Jahre verplant, wenn man allein die Projekte für E-Autos, Software und Digitalplattformen berücksichtigt.

VW möchte Lücke zu Tesla schließen

Sollten Porsche-Aktien aufs Parkett kommen, könnte dies neben der eigenen Finanzkraft den Börsenwert der Volkswagen AG steigern. Im Vergleich zum US-Rivalen Tesla dümpelten die deutschen Branchenschwergewichte daran gemessen zuletzt eher im internationalen Mittelfeld vor sich hin. Um das zu ändern, könnte die lukrative Tochter eine wichtige Rolle spielen. In der Porsche AG ist das operative Geschäft mit Modellen wie dem 911er, Cayenne oder Elektroboliden Taycan gebündelt.

Investoren machen immer wieder Druck für eine Verselbstständigung von Porsche, weil der Wert der Marke unter dem Konzerndach nicht genügend zur Geltung komme. Die offizielle Bekanntgabe der Beratungen ließ die Kurse der bestehenden Aktien am Dienstag deutlich ansteigen. Schon vor einem Jahr hatten sich Gerüchte um einen Porsche-Börsengang verdichtet und mit für einen Höhenflug der VW-Papiere gesorgt. In den Monaten danach ging es jedoch wieder abwärts.

Porsche und Audi sind Gewinnbringer

Mit seinen beiden Oberklassetöchtern Audi und Porsche fährt der VW-Konzern die größten Gewinne ein. Insbesondere Porsche glänzt dabei mit hohen Renditen, was Aktien auch für bisher Außenstehende interessant machen könnte. So rechnen es sich zumindest die großen Profi-Investoren aus. Die Analyse geht so: Wird Porsche an der Börse einzeln bewertet, könnte der Wert des Autobauers aus Stuttgart-Zuffenhausen freier zur Entfaltung kommen und auch den VW-Aktien selbst einen Schub geben.

Letzteres wäre ebenso im Interesse von Diess, der Volkswagen gern in die Nähe von Börsen-Stars wie Tesla katapultiert sehen würde. Beim großen Wettbewerber aus den USA schienen die Erwartungen aus Sicht mancher Beobachter teils aber schon etwas überzogen, im Herbst war Tesla über eine Billion US-Dollar wert. Zurzeit kommt der VW-Gesamtkonzern einschließlich des starken Anstiegs nach der VW-Mitteilung lediglich auf rund 115 Milliarden Euro.

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dpa