ADAC Wolken breit

Peter Meyer deutete in seiner Rücktrittserklärung indirekt an, dass er zuletzt auch intern umstritten war. - Bild: dpa

Meyer war seit 2001 Präsident des Autoclubs. Hintergrund des Rücktritts sind auch Manipulationen beim ADAC-Autopreis “Gelber Engel”.

“Für Fehler und Manipulationen von hauptamtlichen Führungskräften, denen gemäß ADAC Satzung die Besorgung der laufenden Geschäfte obliegt, möchte ich nicht länger alleine verantwortlich gemacht werden”, erläuterte er in der Mitteilung. Zuvor hatte Meyer einen Rücktritt mehrfach ausgeschlossen. Er sehe seine Pflicht darin, weiter für die gute Sache zu kämpfen, hatte er noch am Wochenende der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung” gesagt.

“Die Arbeit und Verantwortung als Präsident ist gemäß der ADAC Satzung stets durch eine Beschlussfassung der Gremien geprägt”, erklärte Meyer. “Wenn die Gremien in Krisen eine Gefolgschaft nicht leisten, kann es keine strukturellen und unternehmenskulturellen Veränderungen im ADAC geben. Ich glaube dennoch an den vorgestellten 10-Punkte-Plan mit tiefgreifendem Reformprozess für den ADAC. Das Ziel muss die Rückgewinnung von Vertrauen und Kompetenz durch unseren Automobilclub sein, damit der Anspruch des ADAC, seinen Mitgliedern mit Hilfe, Schutz und Rat stets zur Seite zu stehen, auch weiterhin gewährleistet ist”, teilte Meyer weiter mit.

Im Laufe des Montags oder am Dienstag wurde der unabhängige Prüfbericht zu den Manipulationen beim Autopreis “Gelber Engel” erwartet. Das Wirtschaftsprüfungsunternehmen Deloitte wollte den Bericht zuerst intern dem ADAC vorlegen. Dabei geht es zunächst um die jüngste Wahl zum Lieblingsauto der Deutschen. Berichte zu früheren Jahren sollen folgen.

Bislang steht fest, dass bei der Wahl des VW Golf die Zahlen nach oben frisiert wurden. Jedoch könnte auch die Rangfolge der Fahrzeuge manipuliert worden sein. Autokonzerne haben für diesen Fall bereits angekündigt, die Preise zurückzugeben. Dem ADAC, der rund 19 Millionen Mitglieder hat, war auch vorgeworfen worden, seine Rettungshubschrauber für Flüge von ADAC-Funktionären eingesetzt zu haben. Die Statuten erlaubten das in Ausnahmefällen, hatte der Verband dazu zunächst erklärt. Dem Vorgehen wurde später dann aber ein Riegel vorgeschoben.

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dpa/ots/Andreas Karius