Will das Millionenbussgeld gegen ihn nicht akzeptieren. Brose-Patriarch Michael Stoschek. Bild:

Will das Millionenbussgeld gegen ihn nicht akzeptieren. Brose-Patriarch Michael Stoschek. Bild: Brose

Auslöser des Rekordbussgelds, gestückelt in 55 Tagessätze zu 300.000 Euro, ist eine – na ja – Kleinigkeit: Stoschek hat an der Front seines Porsche 911 ein Klebekennzeichen angebracht. Das herkömmliche Blechnummernschild hält er für eine ästhetische Zumutung, weil es an der schmalen Schnauze übersteht. Für ein solche Klebekennzeichen braucht es eine Ausahmegenehmigung. Die aber hat der Unternehmer nicht. Womit nach Bewertung der Coburger Justiz ein Kennzeichenmissbrauch und eine Urkundenfälschung vorliegt.

Stoschek ging in der Sache am vergangenen Freitag (28. August) in seinem Heimatort Ahorn bei Coburg an die Öffentlichkeit, wo er seine Sicht der Dinge darlegte. Der 67-Jährige, unter dessen Führung der Zulieferer zum Weltunternehmen wuchs, hält den Strafbefehl gegen ihn wegen Urkundenfälschung und Kennzeichenmissbrauchs für überzogen: “Ich bin kein Steuerbetrüger, ich habe keinen Diebstahl begangen”, sagte er – und hat Einspruch gegen den Strafbefehl eingelegt.

Nach eigenen Angaben war Stoschek seit 2008 mit einem Klebekennzeichen an einem Porsche unterwegs anstatt mit einem normalen Nummernschild. Er habe es versäumt, die dafür nötige Ausnahmegenehmigung zu beantragen. Er sei davon ausgegangen, dass es sich lediglich um eine Ordnungswidrigkeit handle. Leserlich seien die Kennzeichen gewesen, erläuterte Stoschek weiter. Schließlich sei er damit zweimal geblitzt worden.

Der Unternehmer mit dem patriarchalischem Auftreten gerät nicht zum ersten Mal mit der Justiz aneinander. Erst kürzlich war er mit einem historischen Amphibien-Fahrzeug auf der Regnitz unterwegs – ohne Erlaubnis.

Stoschek will nun die Einstellung des Verfahrens und fordert das auch. Durchaus mit dem Verweis, was Brose für die Allgemeinheit Gutes tue.

Der Zulieferer macht etwa fünf Milliarden Umsatz jährlich und hat weltweit mehr als 23 000 Beschäftigte. Stoschek leitete das Unternehmen bis 2005, heute ist er Chef der Gesellschafterversammlung.

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fv