Dr. Manfred Bischoff

Manfred Bischoff: "Der Weg zurück an die Spitze wird für alle nicht einfach sein." - Bild: Daimler

Zudem forderte Manfred Bischoff im Interview mit dem “Handelsblatt” (Freitag) einen Kulturwandel im Unternehmen. “Der Weg zurück an die Spitze wird für alle nicht einfach sein”, sagte er. In der heutigen Wettbewerbssituation könne Daimler nicht mehr wie früher “Sonderlösungen bei Veränderungen” finden, auch wenn diese “das Unternehmen Geld gekostet haben.” Daimler brauche auch hier einen Wandel, auch wenn dies einigen nicht gefalle.

Kritik an Zetsches Führungsstil

Daimler-Betriebsräte im Aufsichtsrat wollten laut Informationen des “Spiegel” und der dpa eine Vertragsverlängerung für Zetsche verhindern. Letztlich wurde der Kontrakt nur um drei Jahre verlängert. Haupt-Kritikpunkt von Arbeitnehmerseite war demnach der Führungsstil Zetsches, der mit den Belegschaftsvertretern nicht über ein anstehendes Sparprogramm diskutiere, hieß es im “Spiegel”. Er könne mit Widerspruch nicht umgehen, wer anderer Meinung sei, werde abgekanzelt.

Daimler-Aufsichtsratschef Bischoff sagte dazu, dass es “primär um Inhalte, viel weniger um Stilfragen” gehe. “Auch ein anderer Vorsitzender als Zetsche müsste dafür sorgen, dass wir bei Kosten und Effizienz voll wettbewerbsfähig sind.” Es habe ihn “völlig überrascht”, als die Arbeitnehmervertreter am 6. Februar eine Verlängerung für Zetsche um fünf Jahre in Frage gestellt hätten. Er halte das “Nachkarten wie es ja bei uns offensichtlich geschehen ist, für schädlich für das Unternehmen.” Die weit überwiegende Anzahl der Mitarbeiter unterstütze aber die Strategie.

Nach der öffentlichen Diskussion seien aber weder Zetsche noch er beschädigt, sagte Bischoff. Es spreche zudem aus heutiger Sicht nichts dagegen, dass Zetsches Vertrag über den Ablauf Ende 2016 hinaus erneut verlängert werde. Die Zusammenarbeit mit den Betriebsräten und Arbeitnehmervertretern solle auch künftig vertrauensvoll ablaufen.

Konkurrenz fährt den Schwaben weiter davon

Daimlers-Konkurrenz habe im Augenblick eine breitere Produktpalette, besonders am unteren Ende, räumte Bischoff ein. Zudem hätten die Rivalen früher in einen breiten Ausbau des China-Geschäfts investiert. Mit der eingeschlagenen Strategie und dem Ausbau der Produktpalette sei Daimler auf dem richtigen Weg. Dazu gehören auch größere Investitionen in ausländische Werke. “Wir exportieren 82 Prozent in die Welt, und wir investieren noch Drei Viertel in Deutschland.” Der Schwerpunkt werde sich ins Ausland verlagern.

Daimler erlebt derzeit schwierige Zeiten. BMW oder die VW-Tochter Audi stehen bei der Rentabilität besser da. Daimler bekommt die schrumpfenden Gewinne in seiner Autosparte nicht in den Griff. Die Probleme dort bremsen den gesamten Konzern. Zetsche rechnet nach einem Rückgang 2012 für 2013 mit einem stagnierenden operativen Ergebnis. Abhilfe schaffen soll ein vier Milliarden Euro schweres Sparprogramm.

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dpa/Guido Kruschke