Zetsche Renschler breit

Daimler-Produktionschef Andreas Renschler tritt völlig überraschend von seinem Posten zurück. - Bild: Daimler

Renschler habe das Unternehmen aus persönlichen Gründen verlassen, erklärte der Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche am Dienstag in Stuttgart. Der Aufsichtsrat habe diesem Wunsch Renschlers einstimmig entsprochen, teilte der Dax-Konzern am Dienstagabend mit. Renschler hatte im Vorstand den Bereich Produktion und Einkauf Mercedes-Benz Cars und Mercedes-Benz Vans verantwortet.

Daimler muß Vorstand neu ordnen

Die Verantwortung für den Bereich Produktion und Einkauf Mercedes-Benz Cars wird nun bis auf Weiteres vom Vorstandsvorsitzenden Dieter Zetsche selbst übernommen. Die Verantwortung für den Bereich Van geht auf Personalvorstand Wilfried Porth über. Zudem hat der Vorstand der Daimler AG am Dienstag Markus Schäfer zum Bereichsvorstand Produktion und Einkauf Mercedes-Benz Cars ernannt.

Renschler hatte den Posten erst im April 2013 angetreten. Damals hatte er seine Stelle als Nutzfahrzeugvorstand aufgeben und den Posten mit dem damaligen Produktionschef Wolfgang Bernhard tauschen müssen. Nach dpa-Informationen hatte der Betriebsrat wegen Unstimmigkeiten mit Bernhard darauf hingewirkt. Für Renschler war der Wechsel damals jedoch völlig überraschend gekommen.

Im Unternehmen hatte der Manager zuletzt einen guten Ruf genossen und auch den Schulterschluss mit dem Betriebsrat gesucht. Zahlreiche Termine wie der Produktionsstart der neuen C-Klasse in Bremen waren in den kommenden Wochen und Monaten bereits mit Renschler geplant. Ob sein Nachfolger diese nun direkt für Renschler wahrnehme, ist nach Angaben einer Daimler-Sprecherin aber noch nicht geklärt.

Renschler galt als potenzieller Zetsche-Nachfolger

Mit dem Abgang Renschlers verliert der Autobauer einen seiner Kandidaten für den Chefposten. Der 55-Jährige galt neben Lkw-Vorstand Wolfgang Bernhard und Chinachef Hubertus Troska als einer der potenziellen Nachfolger für den langjährigen Vorstandsvorsitzenden Dieter Zetsche.

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Dow Jones Newswires/dpa/Guido Kruschke