Bernd Bohr

Bernd Bohr: "Die edelste Form des Recyclings ist Wiederverwendung. Dabei hat die Batterie ein zweites Leben." - Bild: Bosch

Doch was passiert, wenn die Batterie ausgedient hat? Darüber hat die Nachrichtenagentur dpa mit dem Chef der Bosch-Automobilsparte, Bernd Bohr, gesprochen.

dpa: Was passiert, wenn die Batterie im Auto ihr Ende erreicht hat?

Bernd Bohr: “Die edelste Form des Recyclings ist Wiederverwendung. Dabei hat die Batterie ein zweites Leben. Im Moment gehen wir davon aus, dass sie nach zehn Jahren Lebensdauer noch 80 Prozent Kapazität hat. Man kann sie also auch dann noch sehr lange nutzen – mit einer entsprechend geringeren Kapazität.”

dpa: Wo könnte eine solche ausgediente Auto-Batterie zum Einsatz kommen?

Bernd Bohr: “Ansätze könnten stationäre Anwendungen sein, etwa zur Speicherung elektrischer Energie aus regenerativen Quellen wie Sonne oder Wind. Denn wir brauchen ja dafür immer mehr Speicherkapazitäten. Der Bedarf dafür wird heftig ansteigen, weil Wind und Sonne halt nicht planbar sind. Die zweite Form wäre das wirkliche Recycling, ein Wiedergewinnen der Rohstoffe, die darin enthalten sind.”

dpa: Könnte eine Batterie auch repariert werden?

Bernd Bohr: “Ein dritter Punkt wäre die Wiederinstandsetzung, also die Wiederaufarbeitung mit dem Austausch defekter oder verschlissener Teile. Diese Wiederaufarbeitung könnten wir über unsere weltweit 15 000 Bosch-Service-Partner organisieren. Aus ökonomischen und ökologischen Gründen und auch zum Ressourcenschutz wird es einen Bedarf geben, Batterien zu reparieren. Wir sehen das als Geschäftsmöglichkeit, die wir prüfen. Es gibt aber noch keine konkreten Pläne.”

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dpa/Guido Kruschke