Luca de Meo in seiner Funktion als Chef von Seat

Der ehemalige Seat-Chef Luca De Meo wird bei dem französischen Hersteller Nachfolger der Interimschefin Clotilde Delbos. Bild: Seat

| von Werner Beutnagel

Der Skandal um den früheren Konzernchef Carlos Ghosn hatte Renault nachhaltig erschüttert – der Traditionshersteller sucht immer noch nach einem Neuanfang.

Der 52 Jahre alte De Meo war zu Monatsbeginn bei der Volkswagen-Tochter Seat zurückgetreten. Er war dort seit November 2015 Chef gewesen. Renault-Präsident Jean-Dominique Senard nannte ihn einen „großen Strategen und Visionär einer Automobilwelt, die im vollständigen Wandel begriffen ist“.

De Meo wird bei dem französischen Hersteller der Interimschefin Clotilde Delbos nachfolgen. Delbos‘ Vorgänger Thierry Bolloré war im vergangenen Oktober gefeuert worden. Der Generaldirektor ist bei Renault für das operative Geschäft verantwortlich. Laut Medienberichten kann De Meo wegen vertraglicher Bindungen mit seinem früheren Arbeitgeber nicht früher bei Renault anfangen.

Nach der Verhaftung des Automanagers Ghosns in Japan im November 2018 war Renault in eine schwere Führungskrise geraten. Der Hersteller will das Bündnis mit den japanischen Herstellern Nissan und Mitsubishi stärken – auch die Allianz hatte erheblich unter den Turbulenzen gelitten.

De Meo wird der erste Ausländer sein, der in der über 100-jährigen Geschichte von Renault am Steuer sitze, berichtete die Nachrichtenagentur AFP. Der in Brasilien geborene Ghosn sei in Frankreich eingebürgert worden, bevor er 2005 an die Renault-Spitze rückte. De Meo spricht demnach fließend Französisch. Clotilde Delbos soll laut Renault vom 1. Juli an Vize-Generaldirektorin werden.

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