Heiner Hasford

Heiner Hasford hat sein MAN-Aufsichtsratsmandat aus Protest niedergelegt. - Bild: Münchner Rück

Heiner Hasford habe sein Amt bereits zum 15. Juni aufgegeben, berichtete die “Financial Times Deutschland” am Freitag. Sein Abgang war erst bei der Hauptversammlung des Lastwagenbauers am 27. Juni geplant. Wie die “Financial Times Deutschland” und die “Süddeutsche Zeitung” berichten, wolle der frühere Vorstand des Rückversicherers MunichRe damit gegen das Vorgehen von VW- und MAN-Chefaufseher Ferdinand Piëch protestieren.

Beide Blätter berufen sich auf Konzernkreise, Hasford war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. MAN hatte am Donnerstag den Rückzug Hasfords mitgeteilt und wollte sich auch am Freitag nicht zu den Gründen äußern.

Mit diesem Schritt wende sich das frühere Vorstandsmitglied des Rückversicherers Munich Re gegen den “Durchmarsch von Volkswagen bei dem Münchener DAX-Konzern”, hieß es in dem Bericht weiter. Hasford sei über die ständigen Verstöße von MAN- und VW-Oberaufseher Ferdinand Piech gegen den Kodex für gute Unternehmensführung tief verärgert. Bei den Neuwahlen auf der Hauptversammlung sollen fünf VW-Vertreter in den achtköpfigen MAN-Aufsichtsrat einziehen, obwohl VW bislang nur rund 30 Prozent der stimmberechtigten MAN-Aktien besitzt. Von den fünf VW-Vertretern sitzen drei der “Financial Times Deutschland” zufolge auch im Kontrollgremium des Wettbewerbers Scania. Dies sei eine klare Verletzung des Kodex.

dpa-AFX/Guido Kruschke