Mary Barra breit

Mary Barra wird neue Chefin bei General Motors. - Bild: GM

Die 51 Jahre alte bisherige Vize-Präsidentin folgt dem bisherigen Chef Dan Akerson, wie General Motors am Dienstag in Detroit mitteilte.

Der 65-Jährige werde am 15. Januar 2014 einige Monate früher als geplant in den Ruhestand gehen. Grund sei die Krebserkrankung seiner Frau. Akerson hatte General Motors nach der Insolvenz übernommen und durch eine schwere Krise geführt. Am Montag hatte die US-Regierung den Verkauf ihrer letzten Anteile an GM abgeschlossen – und einen riesigen Verlust von zehn Milliarden Dollar gemacht.

Künftige Chefin ist GM-Urgestein

Die künftige Chefin und erste Frau an der Spitze des größten US-Autobauers ist ein echtes Eigengewächs. Mit 18 Jahren begann Mary Barra in dem amerikanischen Traditionsunternehmen als Werkstudentin – seitdem hat sie in den unterschiedlichsten Konzernbereichen mit angepackt. Barra arbeitete im Ingenieurwesen, leitete ein Fertigungswerk und war Co-Chefin des Personalressorts. Auf allen Stationen machte sie sich als exzellente Strategin einen Namen.

Ihren schwierigsten Job hatte die 51-Jährige sicher zuletzt: Als Vize-Präsidentin war sie für die weltweite Produktentwicklung von GM verantwortlich – eine Aufgabe, der ihr in der Männerdomäne nur wenige zugetraut hatten, wie das Magazin “Bloomberg Businessweek” in einem Barra-Porträt schrieb. “Sie ist führend am neuesten Erfolg der Firma beteiligt und belebt die Produktentwicklung bei GM neu”, lobte das Unternehmen sie nun anlässlich der Ernennung zur mächtigsten Frau in der globalen Autoindustrie. Ihre Produkte seien von einer ungekannten Qualität und kämen beim Kunden besonders gut an.

Die zweifache Mutter habe sich als Anführerin herausgestellt, meinte der Aufsichtsrat in seiner Mitteilung am Dienstag. Dieses Lob ist zugleich als Auftrag zu verstehen. Barra übernimmt ein Unternehmen, das dem Bankrott vor rund vier Jahren gerade so entkommen war, weil die US-Regierung Milliarden für die Rettung aufbrachte. In den vergangenen 15 Quartalen schrieb GM wieder Milliardengewinne und will in diesem Jahr mehr als 10 Millionen Autos verkaufen. Einen Rückschlag kann es sich jetzt nicht leisten.

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dpa/Guido Kruschke